Den letzteren zwei Faktoren verdanken wir, dass sich auf diesem Album drei Welthits versammelten. „Paradise City“, welches das Sozialsystem der Staaten kritisiert und sich mit der Korruption in Los Angeles befasst. Das rührende „Sweet Child o’ Mine“, das auf einem Liebesbrief von Axl an seine damalige Freundin basiert. Und letztendlich das grandiose „Welcome to the Jungle“, welches sich mit dem „Großstadtdschungel“ befasst.
Doch neben diesen Knallern befinden sich auf der Platte weitere sehr gelungene Songs, mit denen die Gunners ihren Umgang mit Sex („Rocket Queen“), Drugs („Mr. Brownstone“) & Rock`n` Roll („Welcome to the Jungle“) beschreiben.
Oft wird geheuchelt, dass die fünf Mädchenrocker waren, allerdings hatten sie durchaus den Mut sich etwas zu trauen. Das eingespielte Stöhnen im Song „Rocket Queen“ sind Originalaufnahmen des Geschlechtsverkehrs Axls mit seiner Freundin.
So genial die Gitarrensoli Slashs und so virtuos der Gesang von Axl sind, so fängt das Album nach mehrmaligem Hören doch an monoton zu werden. Zu sehr ähneln sich die Themen, mit denen sich die Lyrics befassen. Beispielsweise werden in „Welcome to the Jungle“ und „Paradise City“ die Probleme der Großstädte besungen. In „Out ta Get Me“ werden die Probleme im Zusammenhang mit den Gesetzeshütern genannt, welche auch schon in „Welcome to the Jungle“ Einfluss erhalten.
„Think About You“ und „ „Sweet Child o’ Mine“ ähneln sich ebenfalls auf lyrischer Ebene. Leider bleibt es nicht immer bei lyrischen Ähnlichkeiten, sondern geht auch in musikalische über. Nach dem ersten Hören würde man eine Hand voll Lieder noch im Kopf haben, den Rest wirft man wegen stets ähnlicher Geschwindigkeit in einen anderen Topf.
Der Eine oder Andere hätte sich sicher auch eine langsamere Nummer gewünscht. Selbst auf diesem Album relativ langsame Lieder wie „Sweet Child o’ Mine“ sind im Vergleich zu dem späteren „Civil War“ (Song auf „Use Your Illusion II“) wahnsinnig schnell.
Nichtsdestotrotz gibt es auf „Appetite for Destruction“ drei wunderbare Songs für die sich der Kauf des, mittlerweile um die 9€ teuren, Albums lohnt.