24.02.2010Rammstein – Liebe ist für alle da von

Genre: Industrial Metal
Release: 2009
Wertung: 9,5/10

Nun, das Warten hat ein Ende, leiht euer Ohr einer Legende!
Nach vier langen Jahren des Wartens geht das in den USA bekannteste deutsche Wort nach Bratwurst und Sauerkraut wieder ins Studio, um ein Album rauszubringen. Und dabei machen Rammstein keine halben Sachen, so dass Bratwurst und Sauerkraut noch das Harmloseste ist, was einem beim Hören der CD begegnet.
Neben den gewöhnlichen elf Tracks des Hauptalbums, liegt der Limited Edition noch eine Bonus-CD mit 6 Songs darauf bei. Darunter befinden sich vier exklusive Songs, eine Alternativ-Version der Ballade “Roter Sand” und eben jener Song mit anderem Text unterlegt, welcher als “Liese” tituliert ist.
In Sachen Musik holen Rammstein wieder ordentlich den Vorschlaghammer aus der Kiste, fahren aber auch des öfteren das Tempo mal ein wenig zurück. So ist der Opener “Rammlied” eine neue Bandhymne, welche im typischen Mid-Tempo Stil von Rammstein das Album nur mehr als würdig eröffnet. Fans der schnelleren Songs der Band werden mit dem grandiosen Jagd-Song “Waidmanns Heil” befriedigt, wer es etwas ruhiger mag kann sich an “Frühling in Paris” oder dem eben bereits erwähnten “Roter Sand” gütlich tun. Wie eigentlich alle Songs des Albums, ist die Lyrik bei den Balladen mehr als großartig.
Doch auch für die Spaßvögel holen Rammstein etwas aus der Kiste. Mit “Pussy”, bereits zuvor als erste Single veröffentlicht und insbesondere wegen des Videos ein kontroverses Medienecho erzeugend, schrieben Rammstein einen Song, der insbesondere bei Uncle Sam wohl größere Beliebtheit erlangen wird. Im Refrain Englisch, wie wir es bereits einmal bei “Amerika” hatten, und in den Strophen Deutsch. Allerdings nicht irgendwelches Deutsch sondern hauptsächlich deutsche Begriffen, welche im Englischen gut bekannt sind. Beispielsweise seien Autobahn, Fahrvergnügen, Blitzkrieg, Bratwurst und Sauerkraut genannt.
Weiterhin an Bord sind eine umgeschriebene Moritat aus der Dreigroschenoper (“Haifisch”), der Song über den perversen Österreicher Josef Fritzl (“Wiener Blut”) und “B********”, wo niemand so genau weiß, was das eigentlich ist.
Doch irgendeiner, oder in diesem Falle irgendeine, muss ja den Spaß aus dem Ganzen nehmen. Der zweite Song auf dem Album, “Ich tu dir weh”, ein klassischer, im Refrain epischer Rammstein-Song, war unser aller Lieblingspolitikerin Ursula von der Leyen zu brutal und sie ließ das Album ein paar Wochen nach der Veröffentlichung kurzerhand indizieren. Rammstein ließen sich davon jedoch nicht abschrecken und brachten für den deutschen Markt eine entschärfte Version, ohne diesen Song, heraus. Anfang 2010 erschien im deutschsprachigen Ausland und im Rest der Welt nichtsdestotrotz die Single.
Insgesamt ist zu vermerken, dass Rammstein mit “Liebe ist für alle da” wieder eine deutliche Qualitätssteigerung gegenüber “Rosenrot” vollzogen haben. Das Album klingt von vorne bis hinten einfach gut, stimmig und bietet alles, was man als Rammstein-Fan braucht.

Rammstein haben sich nach vier Jahren wieder an die Spitze des deutschen Musikexports gespielt und das beste Album seit “Mutter” veröffentlicht. Zur Zeit zanken sich die beiden Alben bei mir noch um den ersten Platz, die gleiche Note gibt’s trotzdem!

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