Es ist ein schöner Morgen an einem Flugplatz Polens nahe der Grenze Deutschlands. Wir schreiben das Jahr 1939. Die Natur erwacht, die Vöglein zwitschern, die Mitarbeiter des Flughafens nehmen ihre Arbeit auf. Der Frieden hält allerdings nicht lang, am Rande der Karte baut sich eine massive Armee deutscher Truppen auf. Polen wurde der Krieg erklärt und nicht nur der Flughafen wird binnen weniger Minuten nur noch ein Trümmerhaufen seiner selbst sein. Es ist ein merkwürdiges Gefühl der absoluten Überlegenheit, das Codename Panzers: Phase One dem Spieler gleich in der ersten Mission überträgt. Die Gegenwehr Polens ist im Vergleich ein schlechter Witz; panisch suchen die wenigen Soldaten und Fahrzeuge das Weite, ehe sie doch getroffen werden und in tausend Stücke zerschellen, während die deutsche Armee kaum einen Kratzer abbekommt. Es ist ein groteskes Schauspiel, das sich auf dem Monitor offenbart. Man glaubt, spielend einfach die ganze Welt erobern zu können. Dieses vor Unfairness nur so strotzende Kräfteverhältnis wird jedoch nicht lange halten. Jeder, der mit einigermaßen offenen Augen durch die Welt läuft, weiß, dass der Einstieg weitaus ernster zu nehmender Kriegsgegner wie der Sowjetunion oder der USA nicht lange auf sich warten ließ. Und so weiß der Spieler auch nach der ersten Kampagne – aber allerspätestens nach der Einnahme des Adlernests zum Schluss des Spiels -, dass so eine Welteroberung doch nicht so einfach ist, wie sie anfangs scheint und im Prinzip doch nur zum Tod abertausender Menschen, egal welcher Nation, führt. Ein Preis, den niemand zahlen sollte.
Im Schnelldurchlauf durch den zweiten Weltkrieg
Drei Kampagnen lassen euch die wichtigsten Stationen des zweiten Weltkriegs in Europa miterleben. Zunächst bestreitet ihr zwölf Einsätze in der Haut des Oberkommandants Hans von Gröbel auf deutscher Seite. Neben dem eingangs erwähnten Überfall auf Polen erlebt ihr auch eine Geheimoperation auf der griechischen Insel Kreta und verteidigt hart umkämpfte Brennpunkte in Stalingrad, das schon halb in Flammen steht. Die zweite Kampagne lässt euch in die Uniform eines russischen Generals schlüpfen – und zwar neun Missionen lang. Hier taktiert ihr zumeist auf sowjetischem Boden, gegen Ende zieht ihr aber auch in Berlin ein und liefert euch eine spektakuläre Schlacht direkt vor dem Reichstag. Dann darf natürlich noch eine ebenfalls neun Aufträge umfassende Kampagne der Vereinigten Staaten von Amerika mit den Briten und Franzosen im Schlepptau nicht fehlen. Wer glaubt, dass die wichtigsten Ereignisse schon gelaufen sind, der irrt: So erlebt ihr hautnah die Landung in der Normandie, genauer gesagt am Utah Beach, mit und spielt die weltbekannte Operation Market Garden, die euch zur Brücke von Arnheim führt, nach. Selbst die für die Deutschen sehr verlustreiche Winterschlacht in den Ardennen muss bestritten werden. Ziele außerhalb Europas, zum Beispiel im Pazifik oder in der Wüste Afrikas bleiben allerdings außen vor. Um zumindest letzteres kümmert sich aber der Nachfolger Codename Panzers: Phase Two. Die drei Kampagnen werden sukzessive fordernder. Anfangs wähnt man sich in einem Tutorial, später wird es knackig. So kommt man insgesamt auf 30 Missionen, für die ich fast eben so viele Stunden benötigt habe. Das ist ein sehr guter Wert, vor allem, wenn man bedenkt, dass der Titel auch zum Schluss noch mit Überraschungen aufwarten und somit an den Zockerstuhl fesseln kann.
Eingespieltes Team
Anders als in typischen Echtzeit-Hits wie Command & Conquer: Tiberium Wars oder WarCraft III entfällt das Bauen einer Basis, das Sammeln von Rohstoffen, das Ausbilden von Soldaten und Produzieren von Fahrzeugen. Das mag auf den ersten Blick gehaltlos wirken, doch betont es durchaus die sehr wichtige Taktikkomponente des Spiels. Zu Beginn einer Kampagne startet ihr mit einer überschaubaren Truppe, die sich dann über die Missionen hinweg auf bis zu 25 Einheitenslots steigert. Ob ihr die mit Infanterie, Panzern, Artillerie oder Unterstützungseinheiten belegt, ist dabei eure Entscheidung. Natürlich bekommt ihr für einen Slot nicht nur einen Soldaten, sondern der Fairness halber zum Beispiel gleich fünf Gewehrschützen oder zwei Scharfschützen. Ein Panzer belegt hingegen für sich alleine einen Slot. Es gibt zwar ein paar Einschränkungen – so dürft ihr z.B. nicht mehr als 14 Panzer mit in die Schlacht nehmen – aber im Großen und Ganzen habt ihr freie Wahl. Wenn ihr denn genug Prestigepunkte habt! Diese stellen sozusagen die Währung im Spiel dar, die ihr für erfüllte Missionsziele bekommt. Auch für Sekundär- und versteckte Geheimziele bekommt ihr wertvolle Punkte, mit denen ihr euch hoffentlich das Beste vom Besten leisten könnt. Für die Infanterie gibt es auch kleine Upgrades für eine kleine Anzahl von Punkten: Für zehn Prestigepunkte könnt ihr etwa brandheiße Molotow-Cocktails erwerben, mit denen ihr leicht einem Truppenhaufen erheblich schaden oder gar dicken Panzern gefährlich einheizen könnt. Auch Ferngläser zur Reichweitengewinnung, Stielgranaten und nützliche Panzerminen sind zwischen den Missionen zu erwerben.
Startet ihr dann in einen Auftrag, müsst ihr mit diesem erkauften Haufen an Streitkräften zurechtkommen. Verstärkung gibt es nur höchst selten, also zählt de facto jede Einheit. Sinnloses Verheizen wie in anderen Spielen dürft ihr euch daher eigentlich nicht erlauben, besonders wenn ihr im höchsten Schwierigkeitsgrad spielt. In diesem Modus bekommt ihr verlorene Einheiten nämlich nicht ersetzt, was euch praktisch dazu zwingt, jede Einheit durchzubringen. Nur ein Fall für absolute Vollprofis! Im mittleren Grad bekommt ihr gefallene Truppen zwar zurück, sie starten allerdings wieder mit einem Erfahrungslevel von Null. Nur im leichten Schwierigkeitsgrad ist es egal, ob ihr Einheiten verliert. Sie kommen auf jeden Fall mit der bisher gewonnenen Erfahrung wieder zurück. Trotzdem ist auch hier die Motivation groß, mit so wenigen Verlusten wie möglich auszukommen, denn ansonsten bekommt ihr vom Spiel gnadenlos die Meinung gesagt (“Schlecht gespielt!”).
Schema F? Nie gehört!
Jede Mission wird zunächst von einem Brief eingeleitet, der von durchweg sehr guten Sprechern vorgelesen wird. Der russische Protagonist denkt in den Schreiben oft über seine Frau nach, die er lange nicht mehr sah, berichtet aber auch vom Alltag an der Front und kommentiert diesen. Der Amerikaner hingegen liefert sich witzige Briefwechsel mit seinem britischen Freund. Nur selten gleiten sie in Kitsch hinab, größtenteils sind sie sehr stimmungsvoll. Freunde echter Zwischensequenzen müssen trotzdem auf nichts verzichten: Pompöse Zwischensequenzen veranschaulichen den kommenden Kriegsschauplatz, dazu gibt es teils humorvolle Dialoge. Die sehr gute Grafik kann es sich erlauben, so dicht wie in einem Action-Spiel an die Charaktere heranzufahren. Kleines Atmosphäre-Manko: Erst in Phase Two bewegen die Generäle ihre Lippen beim Sprechen, in diesem Teil bleiben die Münder leider zu, was leicht befremdlich wirkt. Dennoch sind die Cutscenes lange nicht so langweilig wie in anderen Strategievertretern, in denen die Kamera endlos lang kommentarlos über die Levelkarte hin- und herfährt, denn die Videos von Codename Panzers sind richtig lebendig. Gut auch, dass die Missionen hin und wieder von den Filmchen unterbrochen werden, was zur Auflockerung beiträgt.
Die Levels selbst stellen euch immer wieder vor neue Aufgaben, kein einziger Auftrag lauert plump: “Vernichten Sie alle Gegner!”. Zwei echte Highlights möchte ich im Nachfolgenden näher beschreiben. Für offene Münder sorgt die Vorbereitung des D-Days zu Beginn der Ami-Kampagne. Etwa viertel vor sechs in der Frühe landet General Wilson mit seinem Fallschirm in einem Wäldchen hinter einem Dorf. Zunächst müsst ihr eure Mannen wieder zusammensuchen und dann gezielt Pak-Stellungen ausschalten und eine Kleinstadt besetzen. Nebenbei tickt unaufhörlich die Uhr: Um Punkt 6 müssen alle Vorbereitungen abgeschlossen sein. Zwischendurch trudelt auch noch ein Sekundärziel ein, in dem ihr Nachschub liefernde Transporter in ihre Einzelteile zerlegen müsst, ehe sie die Küste erreichen. Sehr spannend! Um 6 Uhr ist es dann so weit: Eine ganze Armada an Panzern und Infanterie landet am Strand von Utah Beach. Man könnte meinen, die Mission sei geschafft. Doch jetzt geht sie erst richtig los: Ihr übernehmt das Kommando und müsst dafür sorgen, dass die Deutschen so schnell wie möglich aus ihren Bunkern geschossen werden.
Das schwarze Gold
Die zweite Mission der Russen lässt euch ebenfalls gehörig schwitzen: Hier geht es um eine Ölförderstation, die von 40 quälend langsam anrollenden Transportern zumindest 30 befüllen muss und der Spieler muss diese dann sicher außer Landes bringen. Das Problem: Die Deutschen haben den Braten gerochen und greifen von allen Seiten aus an. Hier zahlt sich eine effiziente Zusammenstellung der Truppen aus. Wer nur auf Panzer setzt, wird leidvoll erfahren, dass diese viel zu langsam sind, um dauernd von einem Ende der Karten zum anderen zu pendeln und ehe man sich versieht, sind die kostbaren Transporter nur noch ein Blechhaufen. Schnelle Infanterie ist daher Trumpf! Im restlichen Missionsprogramm finden sich Belagerungen von Städten, die geheime Kaperung eines T-34-Panzers oder das Halten von Stellungen. Die letzte Mission ist dann noch mal Dramatik pur und lässt euch ständig unter Strom stehen. Ein ausgezeichneter Mix, der niemals ein Gefühl von Ödnis aufkommen lässt.
Die Balance zwischen Spielspaß und Realismus meistert Codename Panzers: Phase One sehr gut. So feuern Panzer nicht im Sekundentakt, sondern brauchen halt ihre Zeit und müssen auch aufmunitioniert werden, da besonders echten Munitionsverschwendern wie der Stalinorgel sonst schnell das Material ausgeht. Diesen Job erledigt ein Munitionstransporter, dem man immer ein Plätzchen in seiner Armee reservieren sollte. Ein Klick auf das zu befüllende Gefährt und der Rest geht von alleine. Reparaturwagen setzen halb zerstörte Vehikel wieder nach und nach instand. Das hält aber alles nie wirklich vom Geschehen ab; vielmehr gehen solche Kleinigkeiten leicht von der Hand.
Wie schon gesagt ist das Zusammenspiel unterschiedlichster Einheiten sehr wichtig, was mir besonders gut gefallen hat. Endlich ist die Infanterie kein Kanonenfutter mehr; erfahrene Verbände können große Teile der Levels für sich alleine lösen, denn auch unter ihnen gibt es nicht zu unterschätzende Schützen. Bazooka-Troops sind genauso gefährlich wie ihre Panzerpendants und Flammenwerfer rösten eure Gegner in Sekundenschnelle. Scharfschützen schalten ihre Feinde wiederum aus größter Entfernung zielsicher aus, Mörsertruppen werfen in hohen Bögen explosive Geschenke, MG-Schützen sind die Männer fürs Grobe, Sanitäter flicken eure Jungs auch mitten im Kampf wieder zusammen. Das gleiche System bei den Tanks: Es gibt die leichten Spähfahrzeuge mit MGs an Bord, es gibt schwere Panzer mit enormer Rüstung, es gibt Artillerie, die extremen Schaden anrichtet und daher der Alptraum jedes Panzers ist, aber wiederum sehr verletzlich ist, wenn sie aus der Nähe beschossen werden. Wird es allzu brenzlig, darf auch Unterstützung aus der Luft angefordert werden. Mit (Jagd-)Bombern, Aufklärungsflugzeugen und schwerer Artillerie (alles nur wenige Male einsetzbar) könnt ihr manchmal das Blatt noch wenden. Standgeschütze habe ich nicht wirklich oft benutzt, weil sie nur sehr langsam zu transportieren und schnell zerschossen sind und auch LKWs habe ich immer im Depot gelassen; die Soldaten bewegen sich nämlich auch so schnell genug. Die Generäle spielen natürlich mit, sie sind die stärksten Einheiten mit der meisten Erfahrung und müssen zwingend überleben. Schwierigkeiten, die ganzen unterschiedlichen Einheiten zu managen, solltet ihr nicht bekommen: Eine Pause-Funktion ist eingebaut – in der Ruhephase könnt ihr bequem Befehle erteilen, die dann nach einem Druck auf die Leertaste ausgeführt werden. Ereignislose Passagen lassen sich hingegen mit der doppelten Zeitbeschleunigung kurzweiliger gestalten.
Nun zieh dich doch mal zurück!!
Nach all dem Lob gibt es nun ein wenig Gemecker: Das Problemkind aller Strategiespiele – die Wegfindung – ist auch hier wieder präsent. In offen gestalteten Maps mit vielen Freiflächen fällt sie eher weniger auf, in Städten mit sehr engen Straßen oder bei schmalen Brücken umso mehr. Ihr könnt euch sicher vorstellen, was passiert, wenn ein Verbund aus acht großen Panzern, wo schon einer mit seiner Breite fast die ganze Straße ausfüllt, durch die Gassen von Stalingrad fahren soll. Ein Panzer behindert den anderen, dann überlegt es sich der Hintermann anders, fährt wieder zurück, um festzustellen, dass es dort nicht weitergeht und kehrt abermals um über die abstrusesten Ecken doch noch zum Ziel zu gelangen. Das muss man dem Spiel zumindest zu Gute halten: Irgendwie erreicht jeder sein Ziel, doch das Sprichwort “Viele Wege führen nach Rom” nehmen sie nur allzu wörtlich. Ein Grund mehr also, Fußtruppen einzusetzen. Diese schlängeln sich eindeutig eleganter durch dicht bebaute Siedlungen. Sie können sich gar in Häusern verschanzen (manchmal müssen sie vorher noch von Besatzern freigeräumt werden) und aus den Fenstern heraus Gegner aufs Korn nehmen. Ansonsten ist die Bedienung sehr manierlich. Wie ihr auf den Bildern erkennen könnt, ist das Interface selbsterklärend und schwuppdiwupp gehen eure Männer in die Hocke oder kriechen über den Boden. Die Minimap gibt euch einen anschaulichen Überblick über die Karte. Übrigens könnt ihr von Anfang an das Terrain einsehen und müsst die Map also nicht vorher aufklären. Feindliche Einheiten werden aber nur angezeigt, wenn sie sich in eurem Sichtbereich befinden.
Auch die KI muss mit dem einen oder anderen Schnitzer leben. Manchmal kommt es vor, dass ihr in aller Seelenruhe mit euren Mörsertruppen Panzer beschießen könnt, die es scheinbar gar nicht interessiert attackiert zu werden. Gelegentlich handelt der Computer auch zu planlos, doch in den meisten Fällen funktioniert die KI gut. Artillerie steht dann, wo sie hingehört (nämlich hinten), sie setzt gezielt Flugangriffe ein und Flammenwerfer versuchen, eure Panzer zum Glühen zu bringen. Ein Thermometer zeigt an, wie heiß euer Tank geworden ist und im schlimmsten Fall muss die Besatzung aussteigen und der Gegner kann sich euer lieb gewonnenes Gefährt unter den Nagel reißen. Gut eingesetzte Skripts lassen auch keine Routine aufkommen: Aus jedem scheinbar unwichtigen Wäldchen könnte plötzlich eine große Gefahr entstehen. Die eigene Aufstellung ist dabei ebenso wichtig, weil es im Ernstfall schwer ist, aufgrund der Wegfindungsproblematik einzelne Einheiten zurückzuziehen. Im Schlachtgetümmel fahren sie lieber lustige Kreise oder hin und her, während der Computer genüsslich draufhält.
Knusprige Grafik
Im Sommer 2004 waren Spieler wie Presse wie geblendet von der umwerfenden Präsentation von Codename Panzers. Die Macher von Stormregion zauberten eine Grafik auf den Bildschirm, die selbst viele der bestaussehendsten Actionspiele in die Tasche steckte. Noch heute ist das Spiel ein Hingucker, was an vielerlei Faktoren liegt. Da wären die knackscharfen Texturen, die Liebe zum Detail an jeder Art von Objekten, die flüssigen Animationen und die schönen Partikeleffekte. Wenn ein Jagdbomber einen Panzer in einer spektakulären Explosion zerschellen lässt, freut es mich fast auch, wenn es der eigene war. Gerade in Massengefechten, in denen aus jeder Ecke geschossen wird und überall gerade was am Explodieren ist, drückt man öfters mal auf die Pausetaste, um sich das Spektakel in aller Ruhe aus der Nähe anzusehen. Die verschwenderische Optik setzt sich überall fort: Das Wasser sieht spitze aus, in Häusern kann man sogar die Inneneinrichtung erkennen und wenn ein Geschoss den Erdboden trifft, spritzt der Dreck in aller Herren Länder. Auch in Sachen Physik habe ich keinen Grund zur Beanstandung gefunden. Bei Beschuss wackeln eure Tanks dermaßen, dass Erinnerungen an die Lowrider aus Grand Theft Auto: San Andreas wach werden und besonders spaßig ist es, mit Panzern Bäume oder Telefonmasten umzurollen, die dann auch noch korrekt in die richtige Richtung fallen und die dazwischen gespannten Leitungen mit sich reißen. Die Grafik trägt also insgesamt sehr zur Atmosphäre bei, die Vorbereitung des D-Days bringt den rauen, aber doch irgendwie romantischen Charme der Nordküste Frankreichs etwa sehr schön rüber.
Der Sound steht dem in nichts nach: Die orchestrale Musik könnte genauso gut einem Hollywood-Kriegsfilm entsprungen sein und die Soundeffekte sind schon sehr mitreißend ausgefallen. Im Kampf dröhnt das Geratter von Maschinengewehren, das Donnern der Kanonen und die mitunter sehr bedrückenden Schreie der Soldaten in ihrer jeweiligen Landessprache aus den Boxen. Das wird umso deutlicher, wenn man das Geschehen pausiert und gespenstische Stille eintritt. Surround-Systeme unterstützt Phase One zwar nicht, aus Stereo-Lautsprechern holt das Spiel jedoch ungemein viel raus.
Und sonst so?
Multiplayer-Modi gibt es vier an der Zahl. Zum einen könnt ihr mit Freunden kooperativ die Singleplayer-Kampagnen spielen oder euch ein Deathmatch auf immerhin fünfzehn Karten liefern. Darüber hinaus gibt es den Assault-Modus, der leider nur drei Karten umfasst. Einer verschanzt sich, der andere muss die Belagerung durchführen. Der Domination-Modus schließlich veredelt das Deathmatch mit eroberbaren Gebäuden, die euch Vorteile verschaffen (extra Luftschläge, neue Panzer usw.). Für LAN-Partys also eine durchaus runde Sache. Ebenso rund sind die drei Bonus-Missionen (eine vierte gibt es zum Download). In einer übernehmt ihr gar die Rolle der Deutschen in der von mir beschriebenen Öltransport-Mission. Ein cleverer Clou!
Getestet habe ich die Version 1.10, Version 1.20 macht das Spiel auch für Windows Vista startklar. Die Erstauflage kam in einer schönen Box daher, in dem auch ein Handbuch steckte, das alle handelnden Charaktere und Einheiten bis ins kleinste Detail beschreibt. Damals war das Spiel noch auf 3 CDs aufgeteilt, die neuen Budget-Auflagen bieten hingegen eine DVD. Für den deutschen Markt wurden einige Änderungen durchgeführt. So ist Polens Flagge nun blau-weiß statt rot-weiß, die Flagge Frankreichs rot-weiß-blau statt blau-weiß-rot und Warschau wurde gegen Königsberck ausgetauscht, das interessanterweise in der Sprachausgabe sogar durch ein Piepen ersetzt wurde (“Lange Zeit war ich nun in *PIEEEEP*”). Laut der Online-Gamesdatenbank sollen auch einige Briefings verändert worden sein. An der Gewalt selbst wurde aber nicht geschnitten, insgesamt kann man das Spiel also auch in der deutschen Version jedem Taktikfan ans Herz legen, schon mal allein deswegen, weil es mittlerweile zum Schleuderpreis unter 5 Euro den Besitzer wechselt.