Vor langer Zeit wurde der Heimatplanet der Novus von der Hierarchie überfallen, die in dieser Invasion den Schöpfer der Novus und all ihre lebenden Bestandteile auslöschten. Doch die Roboter der Novus überlebten diesen Angriff und errichteten sich eine neue Zivilisation, die auf der Logik künstlicher Intelligenz aufbaut. Nach den Berechnungen der Novus stellt die Hierarchie eine schwere Bedrohung für alle Lebensformen des Universums dar und muss daher eliminiert werden. Um gegen die Bedrohung vorgehen zu können, haben die Novus ihre eigene Programmierung geändert und führen nun mit unbeirrbarer Berechnung einen Guerillakrieg gegen die Hierarchie. Wo immer diese zuschlägt, dorthin verschlägt es die Novus – so lautet ihr Programm.In diesem Moment wechselt man dann auch direkt in die Rolle von Mirabel, dem letzten organischen Wesen unter den Novus, welche aus der DNA eines Opfers des Hierarchieüberfalls auf den Heimatplaneten der Novus geklont wurde.
Sie sitzt gut geschützt in ihrem riesigen, intelligenten Kampfanzug Viktor, ist einer der Anführer der Novus und verfügt über einen mächtigen und spektakulären Raketenangriff. An ihrer Seite verkörpern “Der Stifter” und “Vertigo” die weiteren Helden der Novus.
Ersterer ist ein Programm, welches damals den Angriff der Hierarchie überlebte und die Novus zu dem machte, was sie heute sind. Vertigo dagegen ist eine fliegende Tarneinheit, die sich lautlos zwischen den Gegnern bewegt und aus dem Hinterhalt zuschlägt.
Ihre Basis zeichnet sich durch eine enge Vernetzung aus. Alle Gebäude sind durch ein Stromnetz verbunden, durch welches auch Einheiten “verschickt” werden können. Arbeitet man sich also mit dem Bau der (unsichtbaren) Strommasten bis vor die gegnerische Basis vor, sind die eigenen Truppen in Windeseile an der Front.
Im Verlauf der Novus Kampagne erhält man viele abwechslungsreiche und spannende Missionen, die Lust auf mehr machen, auch wenn man sehr an die Anweisungen gebunden ist, die einem das Spiel gibt und nur wenige Alternativen zum Beenden einer Mission lassen
Einige der Besonderheiten von Novus kommen in der Kampagne aber etwas kurz.
So stehen nur 2 der insgesamt 16 “Patches” zur Verfügung, und diese auch nur in wenigen Missionen, welche den Novuseinheiten beispielsweise bessere Panzerung oder das Aufdecken getarnter Einheiten ermöglichen.
Maximal 2 dieser Patches sind gleichzeitig anwendbar, sodass man je nach Situation entscheiden muss, welcher Patch am sinnvollsten erscheint. Eine weitere in der Kampagne nahezu ungenutzte Möglichkeit, den Gegner zu manpipulieren, ist der Virus. Dieser wird von Korrupteuren in das System der gegnerischen Einheiten eingeschleust und schwächt diese. Auf höheren Techstufen ist das Virus sogar ansteckend, die Infizierung eines einzelnen Phantompanzers der Hierarchie kann also, wenn der Gegner nicht aufpasst, seine Einheiten infizieren. Diese Einheiten sind dann vielfältig manipulierbar, beispielsweise kann Vertigo infizierte Einheiten übernehmen, sodass diese zeitweise für euch kämpfen oder mithilfe eines Patches alle infizierten Einheiten für kurze Zeit “ausschalten, sodass sich diese sich weder bewegen noch angreifen können. Doch all dies ist aufgrund des gestutzten Patch Menüs und seltener Anwesenheit von Vertigo und Korrupteur fast nur im Multiplayer möglich.
Im Anschluss an die Novuskampagne darf man dann mit der Hierarchie zu Felde ziehen.
Hier hat die Story einige überraschende Wendungen parat, alle Fähigkeiten der Hierarchie sind nutzbar, einzig die Tatsache, dass man in allen Missionen mit Orlok nur einen der 3 Helden zur Verfügung hat, kann als störend empfunden werden.
Mit den riesigen Kampfläufern alles in Schutt und Asche zu legen, ist dann auch einer der Höhepunkte von Universe at War.
Da diese auch gleichzeitig die Produktionsstätten für Fahrzeuge und Infanterie darstellen, existiert auch nur eine rudimentäre Basis, bestehend aus genau einem Gebäude, abgesehen von einem Infanterie- und einem Luftabwehrturm.
Damit ist die Hierarchie sehr mobil, ein Angriff auf ihre Basis kann also in einem Fiasko enden, wenn man dort angekommen feststellt, dass die Walker schon längst vor der eigenen Haustür stehen und die Zerstörung des Hauptgebäudes die Hierarchie, abgesehen davon dass sie dann keine Helden mehr produzieren kann, nicht im Geringsten juckt.
Denn auch die Rohstoffbeschaffung geschieht “on the way”, spezielle Walker lösen einfach alles, was ihnen begegnet, in seine Atome auf und beamen das Ganze dann direkt zum Mutterschiff hoch, welches irgendwo im Orbit kreist.
Während des Hierarchiefeldzugs trifft man dann auf Rasse Nummer 3: Die Masari. Diese, designtechnisch an die Mythenwesen der Azteken und Maya angelehnte Fraktion, lebt seit Jahrtausenden im Exil auf der Erde. Dereinst retteten sie die Hierarchie vor der Ausrottung durch eine andere Rasse, indem sie ihnen ihre Technologien zur Verfügung stellten. Nachdem die Hierarchie die Angreifer zurückgeschlagen hatte, dankte sie den Masari ihre Hilfe, indem sie diese angriff. Die Masari sahen keine Chance, den Kampf zu gewinnen und flohen auf die Erde, wo sie den Menschen bei ihrer Entwicklung halfen indem sie sich als Götter ausgaben.
So sind sie die Urheber der Meisten Mythenwesen, beispielsweise verbargen sie sich unter dem Meer in der Stadt Atlatea (Altantis) und der Sohn ihrer Königin hört auf den Namen Zessus (Zeus).
Diese Masari also, schließen dann in Kampagne 3 den Story-Kreis. Ihre Besonderheit ist der Wechsel zwischen dunklem und hellem Modus. Im dunklen Modus sind Einheiten und Gebäude besser gepanzert, Geschosse durchschlagender , aber Flugeinheiten müssen am Boden bleiben und können nur als Infanterie eingreifen, im hellen Modus erheben sich die geflügelten Kämpfer wieder gen Himmel, dafür fällt dann der Panzerungsbonus weg, aber die Angriffe verursachen zusätzlichen Brandschaden.
Ansonsten sind die Masari überraschend konservativ, halten keine besonderen Überraschungen bereit.
In der Masari Kampagne wird zum ersten Mal auch die Weltkarte genutzt, welche auch im “Conquer the World”-Modus zum Einsatz kommt. Man produziert also Einheiten auf der globalen Karte und schickt sie dann in Skirmish-Gefechte auf den einzelnen Karten.
Was zunächst nach netter Abwechslung aussieht, entpuppt sich schnell als schwächster Teil der Kampagne. Die Story wird hier fast überhaupt nicht vorangetrieben, einzig die erste und letzte Mission sind keine normalen Skirmish-Gefechte.
Außerdem kann man nur zwischen wenigen Gebieten wählen und wird nicht angegriffen, sodass man gemächlich seine Armee aufs Maximum ausbauen kann, dann das erste Gebiet angreifen, wieder seine Armee ausbauen, das 2. Gebiet angreifen…
Hier hätte man sich lieber an das System der Einzel-Szenarios halten sollen. Denn wie schon bei Empire at War kann man die Welteroberung auch unabhängig von der Kampagne starten, mit unterschiedlichen Ausgangspositionen. Hier agiert der KI-Gegner intelligenter und startet auch Gegenangriffe, außerdem kann man wählen, welches Gebiet man angreifen möchte.
Die riesige finale Schlacht entschädigt dann aber wieder für diesen Hänger.
Soundtechnisch gefällt Universe at War auch sehr gut. Der Soundtrack stammt von Altmeister Frank Klepacki, welcher schon für die Musik der ersten CnC Teile verantwortlich zeichnete. Wer gerne mal reinhören möchte: Der komplette Soundtrack steht kostenlos zum Download zur Verfügung!
Kommen wir zum Multiplayer-Modus. Dieser ist gleichzeitig die größte Stärke, aber leider auch die größte Schwäche des Spiels.
Bei den sehr unterschiedlichen Fraktionen ist für jeden etwas dabei: Die Hierarchie mit ihren starken und aufrüstbaren Läufern für offensive Naturen, die Masari mit ihrer starken Basisverteidigung und starken, aber teuren Einheiten für den defensiven Spieler und Novus mit ihren Nadelstichattacken für Leute, die ihren Gegner gerne mit kleinen gezielten Angriffen auf einzelne Einheiten oder die Rohstoffproduktion in den Wahnsinn treiben.
Trotz der riesigen Unterschiede zwischen den Fraktionen ist das Balancing sehr gut geraten, für jede Einheit existiert ein Gegenpart, der ihr die Hölle heißmachen kann.
Außerdem werden auch Spiele zwischen PC und Konsole möglich sein, sobald die Xbox 360 Version im März dieses Jahres im Handel erhältlich ist. Doch hier liegt auch die Schwäche des Multiplayers: Die Microsoft-Onlineplattform Live.
Sie ermöglicht den Kampf zwischen PC und Konsole erst – doch nur gegen einen monatlichen Beitrag. Das Ganze nennt sich dann Goldmitgliedschaft und kostet einen Monatsbeitrag von 6,99 Euro. Onlinespielen ist zwar auch mit einem kostenlosen Silberaccount möglich, allerdings bleiben einem dann viele Aspekte vorenthalten.
Zum einen wäre da das bereits erwähnte Cross-Platform-Gaming, welches Spiele zwischen Xbox360 und PC ermöglicht, aber auch die Online-Ladder oder die Onlineversion des “Conquer the World”-Modus bleibt Goldjüngern vorenthalten. Wer bereits ein Xbox Gold-Abonnement hat, kann dieses auch für den PC benutzen, hier entstehen keine weiteren Kosten.