06.03.2009Peter Lancester – Die Chroniken der Anderwelten 2 : Unterm Doppelmond von Dod

Der zweite Teil der Serie beginnt mit der Abreise in die Anderwelt und knüpft damit nahtlos an den Vorgänger an. Doch damit beginnen auch die Probleme. Zuerst stellt sich die Passage nach Unterhessen als sehr gefährlich heraus und dann erwartet die Gruppe um Eva und Ander kein sonderlich freundlicher Empfang dort.
Friedrich wird wegen einer unbedachten Äußerung unter Arrest gestellt, Eva kommt nicht damit zurecht, dass sie ihr vorlautes Mundwerk in einigen Situationen besser unter Kontrolle haben sollte. Ander verschwindet im Rahmen einer Befragung durch seine Vorgesetzten für längere Zeit.
So sind Eva und Otto auf sich alleine gestellt, was zu noch mehr Chaos führt. Unterhessen ist keine freundliche Umgebung und man geht dort wenig zimperlich mit vermeintlich Verrückten um. Auch die Schicksale der dort als Sklaven gehaltenen Pferdewesen bereiten besonders Eva Bauchschmerzen.

Um sich den Lebensunterhalt zu verdienen, tritt Eva letztendlich in die Garde ein und erleidet dort eine höllische Grundausbildung. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, Friedrich soll zum Tode verurteilt werden. Am Ende bleibt nur noch die Flucht aus Unterhessen in die feindliche Anderwelt mit all ihren Flugdämonen und anderen Gefahren.

Düsterer, dunkler, deprimierender
Peter Lancester geht in diesem zweiten Band der Chroniken nicht zimperlich mit seinen Akteuren um. Wenn etwas schief gehen kann, geht es schief. Besonders Eva, auf die sich dieser Roman stark konzentriert, steckt im Laufe der Geschichte viel ein.
Mehr noch als im ersten Band werden Horrorelemente und die blutige Grausamkeit einer mittelalterlichen Welt eingebunden, so dass dieser Roman teils schon etwas an den Nerven zerrt. All das aber wie gewohnt sehr stilsicher und spannend geschrieben. Peter Lancester schafft es erneut, seine Leser in den Bann einer fremden Welt zu ziehen, die er so gut umschreibt, dass man sich beim Lesen oft inmitten von Unterhessen wähnt. Die Dialoge zwischen den Protagonisten sind wie schon im ersten Buch frisch und oft humorvoll gehalten, so dass hier ein guter Ausgleich zu den teils sehr derben Szenen, die Eva und ihre Familie erleben, entsteht.

Leider ist “Unterm Doppelmond” nicht ganz so gut und flüssig wie der erste Teil der Serie. Das macht das Buch allerdings nicht schlecht, man fiebert immer noch oft genug mit und will auf jeden Fall wissen, wie es weitergeht, so dass ich zumindest das Buch gar nicht mehr weglegen wollte bis ich es durchgelesen hatte. Aber um an die Klasse des ersten Bandes heranzureichen, fehlt diesem Roman leider das gewisse Etwas und einige Szenen hätten besser gestrafft werden können.

 Daher nur 8 von 10 Sternen und die aufmunternden Worte an alle, die es bis hier ausgehalten haben, dass der dritte Band “Dämonentränen” für alles andere entschädigt.

Positiv erwähnen möchte ich dann am Ende noch, dass sich der Verlag mit diesem Band für einen Wechsel des Zeichners der Titelbilder entschieden hat. Die Titel der Bände zwei bis fünf sehen deutlich professioneller aus und machen endlich auch Lust auf das jeweilige Buch. 

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