24.02.2008Simon Beckett – Die Chemie des Todes von Poledra

Von Simon Beckett
Übersetzt von Andree Hesse

9,90 Euro
ISBN 978-3-499324197-0

Dr. David Hunter steigt an einem nasskalten Märztag mitten im Nirgendwo aus dem Zug, um seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Das Nirgendwo heißt Manham und ist ein kleines Dorf in den Norfolk Broads. Flaches Marschland, Sumpf, kleine Wäldchen und ein paar verstreute Bauernhöfe umgeben das kleine Dorf.

Dr. David Hunter, der beste forensische Anthropologe Englands, übernimmt eine Landarztpraxis und versucht den tragischen Unfalltod seiner Frau Kara und seiner Tochter Alice zu verarbeiten. Doch nach 3 Jahren holt ihn der Tod wieder ein.

Ein menschlicher Körper beginnt fünf Minuten nach dem Tod zu verwesen, er wird zu einem Festschmaus für andere Organismen, zuerst für Bakterien, dann für Insekten. Larven, die über das Gras krabbeln, bilden eine Spur des Todes, die unter den geeigneten Bedingungen meterlang werden kann. Eine braune, pulsierende Schlangenlinie, die jeden Neugierigen dazu veranlassen würde, dieses Phänomen zurück zu seinem Ursprung zu verfolgen. Und so entdecken die Yates-Brüder auf dem Weg zum sommerlichen Schwimmvergnügen, was von Sally Palmer übrig geblieben ist. Und damit beginnt, was niemand in diesem idyllischen Dorf für möglich gehalten hätte, die Suche nach einem Mörder im Kreis der Nachbarn und Freunde.

 Simon Beckett schafft es die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite zu halten. Er arbeitet mit Beschreibungen der Landschaft und der dörflichen Gemeinschaft, die sich aus vordergründig freundlichen Szenarien zusammensetzt und nichts Böses ahnen lässt. Dass der Mörder oft nur einen Schritt weit entfernt ist, ahnt der Protagonist lange Zeit nicht. Der Zuschauer hingegen schon, nur fällt die Auswahl unter den angebotenen Verdächtigen überaus schwer … Ein dramaturgischer Kniff, der einen erheblichen Teil der Spannung bei diesem Roman ausmacht. Ebenso wie die faszinierenden, detailgenauen Schilderungen der Arbeit eines forensischen Anthropologen, Gil Grissom lässt grüßen. Ein Thriller, bei dem man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.Unbedingt empfehlenswertes Debüt! 

Kommentieren

Spam-Schutz: