05.11.2007Alien vs. Predator von phoenix

AvPWie lange haben Fans auf dieses Crossover der wohl beliebtesten Science-Fiction-Kreaturen gewartet. Fast 15 Jahre hat es gedauert, bis das “Spektakel” auf Zelluloid gebannt wurde und nun liegt das Ergebnis auf DVD vor. Ob der Streifen ein Hit, oder eher was für die Tonne ist, wird in folgenden Zeilen erläutert.

Fangen wir mit der Story an: Eine Gruppe von Archäologen und Wissenschaftlern, angeführt vom Millionär Charles Weyland begibt sich in die Antarktis, um in eine im Eis vergrabene antike Tempelanlage, die noch älter ist als die Pyramiden der Ägypter, zu finden. In den Ruinen vorgedrungen, entdecken die Team-Mitglieder menschliche Skelette und versteinerte Überreste von Aliens. Dabei stellt sich schnell heraus, dass der Ort nicht nur als Brutstätte für Alien-Eier dient, sondern auch als Arena für junge Predators…

AvPNun klingt die Storyline ja nicht allzu verlockend, aber solange genug Action geboten wird, kann man ja drüber wegsehen. Jaha, und da wären wir beim ersten und wohl größten Problem von AvP: Die gähnende Langeweile. Schon beim Filmanfang geht’s nur schleppend voran. Bis unser lieber Onkel Weyland alle seine Crewmitglieder für die Expedition zusammen hat, vergehen schon mal 10 Minuten, in denen eher unwichtige Aspekte der, mehr oder weniger wichtigen Hauptdarsteller behandelt werden. Sind erstmal alle Leutchen versammelt, könnte es doch eigentlich mal ein wenig spannender werden. Nix da, Regisseur Anderson verbringt die Zeit lieber mit langweiligen Einstellungen in der verlassenen Walstation, die eher ein Gähnen als eine Gänsehaut verursachen. Weitere 5 Minuten vergehen, bis die Jungs und Mädels einen riesigen Tunnel vorfinden, der direkt in das Eis geht. Sofort rätseln die Mitglieder wie dieser entstanden sein könnte. Hier ist es schon ein wenig spannender – jedoch lässt diese wieder nach, sobald die Crew den Tunnel hinab gestiegen ist und die große Pyramide vorfinden.

Also schnell in die Pyramide rein und genau unter die Lupe nehmen. Und während unter dem Eis erkundet wird, bekommen die Mitglieder über Eis netten Besuch von den Predators. Die “Darth Vaders mit Rastalocken” machen jedoch eher einen lächerlichen Eindruck, als das sie Angst und Schrecken verbreiten. Aber gut. Manch ein Fan würde jetzt erstmal ordentlich “Splatter” und “Horror” erwarten. Falsch. Man sieht lediglich ein unsichtbares Predator-Messer durch einen Bauch schießen, das mit ein wenig CGI-Blut betröpfelt wurde.

AvPWir spulen mal ein wenig vor, wenn der Film ganz wenig an Fahrt gewinnt. Dann nämlich, wenn die Team-Mitglieder in der Pyramide alle von einander getrennt werden und allmählich den Aliens begegnen. Ok, Pustekuchen! Die billigen Alien-Kreaturen, die im allerersten Teil aus den ’80 Jahren schon besser aussahen, jagen einem Erwachsenen genau soviel Angst ein, wie einem Hund eine Katze. Da tut es dem Zuschauer auch nicht leid, wenn einer der Hauptcharaktere stirbt. Eher im Gegenteil: Es löst Freude aus, da man bei zunehmender Todesrate merkt, dass der Film zu Ende geht.

Uh ja, das Ende. Ich weiß nicht, was ich bei dem Film erwartet habe, aber ein so was von kitschiges Ende auf keinen Fall. Diese 15 Minuten sind an Langeweile nicht zu toppen. Da wirkt, im Vergleich, der Anfang des Filmes wie eine Achterbahnfahrt.

AvPApropos Achterbahnfahrt: Noch ein großer Schwachpunkt von AvP ist das Szenenbild. Die Kamerafahrten sind ziemlich unspektakulär, zusammen mit den CGI-Effekten fast lächerlich. Zum Teil wird dadurch die Spannung komplett zerstört. Feste, lange Standaufnahmen wären, wie bei Ridley Scotts Film, eine deutlich bessere Wahl gewesen, anstatt der hektischen Fahrten durch die Sets.
Die Computereffekte sind leider auch von vorgestern, somit wirken die ohnehin schon albernen Bullettime-Shots noch dümmer.

Überhaupt hat der Film kein Eigenbild, sondern wirkt arg zusammengewürfelt. Das Bild ist eher trostlos, die Sets akzeptabel. Musik und Soundeffekte eher unspektakulär. Kostüme nicht weiter interessant. Kurz um: Es gibt wirklich nichts Nennenswertes in Alien vs. Predator. Leider. Schauspieler sind auch nicht weiter zu diskutieren; warum sich jedoch Lance Henriksen (Aliens, Alien³) für diesen Film bereiterklärt hat, weiß vermutlich nur er selbst. Vielleicht hat er viel Hoffnung geschöpft, so wie viele andere Fans auch. Vergeblich. Denn der Film hat viel Potential gehabt, doch leider erschuf Paul W.S. Anderson einen unterdurchschnittlichen Actionfilm, der mit billigen Effekten, einer uninteressanten Story und rein gar keinem Horror ausgestattet wurde.
 Fazit: Leider ein kompletter Reinfall. Keine Kaufempfehlung. 

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