Stephen Price, Besitzer eines makaberen Horrorvergnügungsparks, steht in einer Hassliebe-Beziehung zu seiner Frau. Um ihr mal wieder einen Strich durch die Rechnung zu ziehen, ändert er die Gästeliste zu ihrer Geburtstagsfeier und veranstaltet aus dem Fest ein Überlebensspiel für eine Gruppe fremder Menschen. Schauplatz dieses „Vergnügens“ ist eine geschlossene Irrenanstalt, abgelegen auf einem Hügel. Wer von den Mitspielern am nächsten Morgen noch lebendig dieses Haus verlässt, bekommt als Preis eine Millionen Dollar. Doch schnell bemerkt Price, dass seine gebauten Gruselfallen für die Gäste nicht die einzigen sind, die für Schrecken sorgen. Die Irrenanstalt führt anscheinend ein mörderisches Eigenleben…
Nun bewegt man sich mit den Neuerungen, wie der Irrenanstalt, dem horrorgeilen Stephen Price und dem mörderischen Eigenleben, zwar von der Originalstory weg, was durchaus löblich ist, vermasselt aber alles wieder durch viele geschichtliche Schnitzer, angefangen bei den trüben und lahmen Charakteren. Unter diesen tummeln sich die üblichen Verdächtigen, allesamt aus dem großen Klischeekatalog für Drehbuchautoren. Ein in Geldnot geratener Ex-Profisportler, eine informationssüchtige Reporterin, ein stinknormaler Arzt, ein Haushälter – eben all diejenigen, die man kennt. Wäre ja noch zu verkraften, würden die agierenden Personen bloß nicht so blass und flach daherkommen. Die Dialoge wurden wohl auch von einem Spanier geschrieben und anschließend mit einer Übersetzungsmaschine ins Englische verarbeitet, sodass die meisten einfach nur peinlich und unfreiwillig komisch sind.
Die Schauspielerfregatte tut ihr übriges. Keiner der im Film anwesenden glänzt mit einer meisterlichen Darbietung. Einen Großteil der Schauspieler, unter denen sich übrigens wieder der obligatorische Quotenschwarze tummelt, kennt man eh nicht. Auch Geoffrey Rush verkörpert Stephen Price unheimlich übertrieben und unglaubwürdig. Genau wie seine Partnerin Famke Janssen, die die Ehefrau Evelyn mit ihrer zynischen Art einfach nur lächerlich porträtiert. Hier versagt somit auch Regisseur William Malone, der seine Marionetten scheinbar ohne jegliche Dramaturgie durch die Szenen schleift.
Wo ist denn jetzt eigentlich der Horror? Tatsächlich weiß der Film in dieser Hinsicht in einigen Momenten wirklich zu überzeugen. So sind diverse Todesszenen spannend inszeniert und überzeugen mit halbwegs innovativen Ideen. An Blut wird zwar überwiegend gespart, Splatter gleich ausgelassen, aber das schadet dem Film keinesfalls, erzeugt er ja hauptsächlich durch die Gruselstimmung Atmosphäre.
Wären da im nächsten Moment nicht wieder die saudoofen Charaktere, die auf einmal aus dem Bild gehen, in der nächsten Einstellung gefühlte hundert Meter weit weg sind und dem Haus überlassen sind. Auch der vergebliche Versuch einiger Storytwists scheitert an der Banalität und ist weit von der Schulnote „Befriedigend“ entfernt. Zumal die Logik im Nachhinein ebenfalls vermisst wird.
Die Kameraarbeit ist hingegen solide und bewegt sich auf einem gewissen Niveau. Auch wenn auf nervige Zeitlupeneffekte nicht verzichtet wurde. Gegen das Bühnenbild ist nichts einzuwenden und verstärkt gut die Atmosphäre, wobei die deutschen Inschriften in der Anstalt keinerlei Sinn ergeben. Die Effekte sind zwar nicht auf der Höhe der Zeit, und besonders zum Schluss als solche deutlich zu erkennen, fügen sich aber dennoch in das Gesamtbild ein.
Bei der Musik hat man aber definitiv in den falschen Wühltisch gegriffen. Marilyn Mansons Titeltrack passt keinesfalls in das Ambiente, die restliche Musik von Don Davis schwankt zwischen „kaum wahrgenommen“ und „belanglos“. Eine Ausnahme ist der rockige, an einen Heist-Film ähnelnde Titel, der die Szene der im Haus suchenden Mitglieder in ein fantastisch ironisches Licht rückt und trotzdem nicht albern erscheinen lässt.
Auch wenn der Horror des Filmes annehmbar ist und die technischen Aspekte weitestgehend als gut abgestempelt werden können, so zerstören die stumpfsinnigen Dialoge, die Charaktere und deren dümmliche Handlungen viel vom Film und kosten deutlich Atmosphäre. Dick Beebe sollte also noch mal ein wenig Drehbuchschreiben üben und William Malone seine Charaktere erforschen gehen. Sonst wird beim nächsten Film wohl wieder von verschenktem Potential die Rede sein.