Grob kann man aktuelle Grafikkarten zumindest an den Zahlenkürzeln auseinanderhalten. Sowohl bei ATI als auch bei nVidia ist die Nummerierung identisch – die erste Ziffer gibt die Grafikkartengeneration an, die zweite Ziffer im Namen steht für die Leistungsklasse, dahinter kommen dann noch Modellunterscheidungen.
Doch dann gibt es da noch die bei den Herstellern so beliebten Buchstabenkürzel. Ist eine 6600GT jetzt schneller als eine 6800XT? Eine X800GTO besser als eine 7900GTO? Anders herum? Nichts davon? Nikolaus?
Bleiben wir dabei – erste Ziffer : Generation.
Bei nVidia ist die Geforce7xxx also eine Karte der letzten Generation, der 7000er-Serie. Eine 7100 entspricht der untersten Leistungsklasse, eine 7600 liegt im Mittelfeld, die 7900 ist schnell.
ATIs HD2400 ist ebenso eher für Büroaufgaben gedacht, die 2600 ist die Mittelklasse für preisbewußte Käufer und die 2900er-Karten sind die Topmodelle mit hoher Geschwindigkeit.
Damit es der Kunde im Onlineshop oder Grafikkartenregal aber nicht so leicht hat gibt es noch Kürzel am Ende. Dabei steht LE und SE in bisher allen Fällen für „langsam, Finger weg“ oder auch „Light Edition / Special Edition“, dabei ist das „Special“ allerdings eher negativ zu verstehen. Besonders gerne werden solche Karten in preiswerten Komplettrechnern verbaut um hohe Leistung vorzugaukeln wo bestenfalls Einsteigerpower verbaut wurde.
Besonders gemein hat es das „XT“ am Ende. Bei ATI handelt es sich immer um ein Kürzel für Karten, die in ihrer Klasse schneller sind als der Rest. Beispiele wären die HD2900XT als Topmodell der 2900er-Serie sowie die HD2600XT als schnellste Mittelklassekarte der 2600er-Klasse.
Nvidia nutzte das vor einiger Zeit geschickt aus um lahme Enten teuer an den Kunden zu bringen. Damals war ATIs Radeon9800XT eines der flotteren Modelle. Bei nVidia gab es die damals aktuellen 6x00er-Karten, beliebt war bei Spielern die 6800GT wegen ihres interessanten Preises und sehr guter Leistung. Dann plötzlich gab es eine 6800XT und erweckte den Anschein einer verbesserten 6800GT – weit gefehlt, es handelte sich um eine verkrüppeltes Modell mit eher bescheidener Leistung, sogar die Mittelklassekarte 6600GT war teils deutlich schneller trotz des „langsameren“ Namens.
Man kann also reinfallen, wenn man sich nicht täglich über Neuerscheinungen informiert oder Victorypoint liest.
Aktuell ist glücklicherweise keine dieser grenzwertig betrügerisch benannten Karten im Umlauf.
Bei ATI bekommt man mit der 2900XT Topleistung, die Pro offeriert fast ebensoviel Spielekraft, die kommende GT liegt leicht drunter.
In der Mittelklasse gibt es die HD2600Pro als langsamere aber preiswerte Karte, die XT ist spürbar flotter und etwas teurer.
Nvidia lockt mit der Geforce8600GT in der unteren Leistungsklasse, der GTS im oberen Mittelfeld und dann bei den Spitzenpositionen mit der 8800GT, GTS, GTX und Ultra in ebendieser Leistungsreihenfolge.
Bei nVidia gibt es oft noch Modelle mit „GS“ als Kürzel, diese Modelle bieten etwas weniger Leistung als die GT-Karten, sind aber unter Umständen durchaus interessant vom Preis-Leistungs-Verhältnis. Bekannt war dort die 7900GS, mit etwas Glück gibt es dazu bald eine 8800GS.
Bei ATI kennzeichnet oft ein „Pro“ die interessantesten Modelle, allerdings ändert sich die Bezeichnungseinheit auch durchaus in kürzeren Abständen. Die neuen Modelle z.B. bekommen erst einmal keine Buchstabenkürzel sondern unterscheiden sich in der bislang eher sparsam genutzten dritten Ziffer („3850“ und „3870“ statt „3800Pro“ und „3800XT“ z.B.“. Die Zukunft wird zeigen, wie es sich weiterentwickelt. Bis dahin lohnt es sich immer, vor dem Kauf einer Grafikkarte erst einmal im Internet nach Vergleichen zu schauen.