01.08.2007nVidia Geforce 7300GS von Dod

Das Angebot an verschiedenen Grafikchipsätzen ist scheinbar unüberschaubar geworden, kaum ein PC-Anwender blickt durch dieses Dickicht noch durch. Generell teilen sich ATI und nVidia den Markt der spieletauglichen Modelle auf während Hersteller wie Intel eher im Büro- und Onboardsegment tätig und erfolgreich sind.
Bild Viele Spieler wollen zwar die aktuellsten Spiele auf ihrem Monitor flüssig bewundern aber dabei möglichst wenig für die Grafikkarte oder den Computer generell ausgeben. Wenn man die preiswerten Angebote durchstöbert findet man sehr oft nVidias 7300 GS Grafikchip. Dieser wird sehr oft auch in preiswerten oder für Spieler unausgewogenen Komplettrechnern eingesetzt oder für deutlich unter 80 Euro auf preiswerten Karten als Einstiegsgrafikchip genutzt.

Dabei fallen viele Anwender über die erste Stolperfalle – Grafikkarten mit dem 7300GS haben offenbar sehr viel Grafikspeicher, bis zu 512 MB stehen da auf den Verpackungen. Wow, viel Stoff für wenig Geld! Dabei sollte man allerdings wissen dass
a) soviel Speicher auf eher langsamen Karten nicht sinnvoll ist, da nur grosse Texturen oder Kantenglättungsverfahren diese Speichermengen benötigen und beides aufgrund der Geschwindkeit der Karten nicht sinnvoll zu nutzen ist.
b) werden meistens nur 64 oder 128 MB eigener Grafikspeicher auf der Karte verbaut während die restlichen Megabytes über den PCI-Express Bus vom Arbeitsspeicher abgezwackt werden. Das kostet sowohl Speicherbandbreite für das komplette System und ist auch für die Grafikkarte selbst eher langsam, da echter Grafikspeicher normalerweise deutlich schneller arbeitet.

Bild Allerdings gibt es auch hier einen weiteren Bremsklotz auf den günstigen 7300GS Karten – der Grafikspeicher wird nur mit einer Bandbreite von 64Bit angesprochen (zum Vergleich, die Topmodelle aus der 7800/7900 Reihe sowie ATIs X1800/X1900 haben hier ein Speicherinterface mit 256Bit Bandbreite, neuere DX10 Karten sogar bis zu 512Bit!), was für Spiele viel zu wenig ist. Man stelle sich eine vielbefahrene Autobahn vor auf der nur eine Spur freigegeben ist – klar dass auf der Gegenfahrbahn mit 4 Spuren der Verkehr flüssig läuft während auf unserer 1 Spur-Autobahn ein Stau an den nächsten anschliesst.
Stau auf dem Speicherbus bedeutet für den ambitionierten Zocker nur eines – langsame und ruckelnde Grafik.

So ist die 7300GS im eher anspruchslosen Siedler2 – Die nächste Generation zu langsam um die Shaderdetails von Mittel auf Hoch zu stellen. Mit hohen Details ruckelt dieses Spiel jedenfalls bei einer Auflösung von 1280×1024 mit durchschnittlich 6 FPS, etwas besser wird es mit 1024×768..
Bei fast allen Spielen muss man so auf hohe Details und Auflösungen verzichten, mehr als 800×600 ist bei Shootern mit halbwegs erträglichen Details nicht möglich. Kantenglättung sollte man gleich ausschliessen, Zukunftssicherheit ist natürlich eher wenig gegeben.

Dabei beherrscht der Chip alle wichtigen 3D-Features. ShaderModel 3.0, damit HDR-Rendering, tollste Kantenglättungsoptionen und so weiter – alles in weiter Ferne aufgrund fehlender Geschwindigkeit. Der 3DMark06 attestiert dieser Karte auf einem Athlon64 X2-3800+ mit 2GB RAM und dem DualSATA2 Mainboard ganze 580 Punkte (Standardeinstellungen), die Vorgängerversion aus dem Jahre 05 kommt auf 1281 Punkte.

Übersicht einiger Benchmarkergebnisse:

  • 3DMark 03 Standardeinstellungen : 2805 Punkte
  • 3DMark 05 Standardeinstellungen : 1281 Punkte
  • 3DMark 06 Standardeinstellungen : 580 Punkte
  • Siedler2 – TNG 1280×1024 max. Details : durchschn. 6 FPS
  • Dark Messiah of Might and Magic Demo 1024×768 max Details : 19 FPS
Zusammenfassung
Die meisten preiswerten Einstiegskarten wie die Geforce 7300GS, Geforce 6200, ATI X1300 oder Geforce6600LE sowie den neuen HD2400 und Geforce8400 sind für PC-Spieler absolut uninteressant weil zu langsam. Für nur 40 bis 50 Euro zusätzlich bekommt man Grafikkarten mit deutlich schnelleren Chipsätzen, wie zum Beispiel die 7600GS/GT oder ATIs X1650Pro sowie HD2600XT oder 8600GT. Auch für reine Officeaufgaben sind die Einstiegskarten aufgrund der oft verbauten mehr oder weniger lauten Lüfter eher nicht geeignet, hier reichen oft auch Onboardlösungen. Dazu kommt eine matschige Bildqualität auf dem analogen Monitorausgang. Welche Daseinsberechtigungen diese Karten haben ist mir schleierhaft, leider fallen immer noch viele unerfahrene Computerspieler auf tolle Zahlen in den Datenblättern herein.
 Fazit: Finger weg! 

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