31.05.2008Janus – Auferstehung von The Gravedagokck
Nichts für Menschen mit einem schwachen Nervenkostüm.
Das liegt keinesfalls an der Härte oder Bösartigkeit der Platte. Es liegt daran, dass Janus es wie keine andere Band verstehen, jede Menge verborgene Emotionen in ein Lied zu packen und bei einem Hörer zu wecken. Der Mix der 9 Songs plus Bonustrack ist geradezu unglaublich. Da geht es mit rockigen Gothic- und Industrialnummern los. Zwischendrin präsentiert man uns dann ein reines Elektrostück, ein pianogetragenes und dann noch Stücke, die irgendwie nicht einzuordnen sind. Eigentlich muss man sie auch nicht einordnen, denn das eigentlich korrekte Genre ist “Janus’sche Klangkunst”. Und die hat es in sich, aber so richtig! Sämtliche Melodien harmonieren perfekt miteinander und geben zusammen ein Werk ab, welches mir bisher in der Musik noch nicht vorgekommen ist. Die Stimme des Sängers Dirk Riegert, welcher unter anderem auch Chef Designer bei “Anno 1701″ war, passt perfekt zur Musik. Vielleicht merkt der geneigte Leser dieses Reviews, dass es mir schwerfällt alles zu beschreiben, deswegen versuche ich jetzt nochmal auf zwei Songs ein wenig im Detail einzugehen:
Paulas Spiel – Krasser Text. Die arme Paula kann einem leid tun. Das Lied selber ist ein Wechselspiel der Gewalten. In den Strophen sehr ruhig, fast nur Streicher, doch im Refrain werden die Stromgitarren ausgepackt und es bricht ein Gewitter los. Eine gelungene Abwechslung ist der Bonus Track “Paulas Traum”, die Akustikversion dieses Songs.
Überleben – Der beste und auch abwechslungsreichste Song der Platte. Hier zeigt sich eine große Bandbreite an Instrumenten. Alles ist so perfekt aufeinander abgestimmt. Die Geschichte erzählt sich mit bombastischen Hoch- und minimalistischen Tiefpunkten. Man fühlt zu jeder Sekunde mit, kann es sich bildlich vorstellen oder gar komplett eintauchen, sobald man die Augen schließt. So müsste Musik immer sein!
Au weia! Diese 10 Punkte sind eigentlich bei so einer Platte völlig bedeutungslos im Vergleich zu manch anderen Zehnern. Jeder, der nur einen Hauch von anspruchsvoller Musik versteht und zugleich ein starkes Nervenkostüm besitzt, sollte diese Scheibe wenigstens einmal gehört haben. Den schwachen Gemütern empfehle ich jedoch eine große Packung Antidepressiva beizulegen und sich irgendwo anzuketten bis zum Ende des Albums, denn leichte Kost ist es nicht. Geniale allerdings schon. Ich vergebe 11 von 10 Punkten!