
Gegen 18:45 Uhr begann die erste Vorband, The Cane, welche vor allem durch den markanten Gesang der Sängerin geprägt ist. Allerdings nichts, an was ich mich später noch erinnern werde. Ganz anders dagegen The Answer, die eine Stunde später einsetzten. Ich kannte die Band schon vorher und habe mir das Album gekauft, welches ich jedem ans Herz legen kann, der auf Led Zeppelin und generell den bluesigeren Hard Rock abfährt. Die Jungs haben ordentlich gerockt und die Menge schon auf AC/DC eingestimmt.
Nichtsdestotrotz war jeder froh, als kurz vor 21 Uhr endlich der Rock ‘n’ Roll Train auf der Bühne zum Stehen kam. Unglaublich was für eine Power die 5 Herren, vor allem Angus, haben. Unermüdlich hüpfte und rannte er während dem Opener “Rock ‘n’ Roll Train” des neuen Albums und auch während “Hell Ain’t A Bad Place” und “Back in Black” über die Bühne. Neben den folgenden Klassikern wie “Dirty Deeds Done Dirt Cheap”, “Shot Down in Flames”, “Thunderstruck” und “Dog Eat Dog” überzeugten vor allem auch die Tracks des neuen Albums. “Big Jack” und “War Machine” stellten sich als richtige Live-Knüller heraus. Und obwohl “Anything Goes” nicht der typische AC/DC Sound ist, wurde er von der Menge gut aufgenommen. Einzig “Black Ice” fand ich etwas schwach, diesen Song würde ich auch als Schwächsten der Setlist bezeichnen. Beeindruckend war außerdem die Bühnenshow, welche sich die Band ausgedacht hat. Hervorzuheben sind hier:
- “The Jack”, bei dem Angus einen sexy Strip hinlegte und sich bis auf die AC/DC-Unterhose entblößte. Die Idee, verschiedene weibliche Zuschauerinnen auf den Bildschirmen der Bühne zu zeigen war ebenfalls überraschend und sorgte für das ein oder andere abgesackte Herz.
- “Hells Bells”, bei dem natürlich auch besagte Glocke anwesend war.
- “Whole Lotta Rosie”, welche auf dem Rock ‘n’ Roll Train rhytmisch zur Musik “tanzte”.
Abgeschlossen wurde der reguläre Teil des Konzerts mit den Klassikern “You Shook Me All Night Long”, “T.N.T.” und “Let There Be Rock”, bei dem Angus ein gigantisches Solo hinlegte. Als Zugaben lieferten AC/DC schließlich noch “Highway to Hell” und “For Those About to Rock”, wobei bei letzterem Kanonenschläge einen fulminanten Abgang der Band besiegelten. Direkt im Anschluss folgte außerdem ein kurzes, aber trotzdem gigantisches Feuerwerk.
Leider zeigten sich jetzt die Schattenseiten des Konzerts: die Organisation. Unverständlich, wieso man versuchte die ganze Menschenmasse durch einen Ausgang zu “pressen”. Zwar bildete die Polizei ein Nadelöhr um die Menge zu entzerren, doch es dauerte nicht lange bis die ersten besoffenen Idioten die Zäune umwarfen und demolierten. Wäre eine Massenpanik ausgebrochen, hätte es mit Sicherheit mehr Verletzte als gewünscht gegeben. Wir brauchten eine geschlagene Stunde um von unserem Stehplatz raus aus dem Ring zu kommen. Für den hohen Preis der Karten kann man definitiv eine bessere Organisation erwarten.
Glücklicherweise verhielt sich die absolute Mehrheit der Besucher ruhig, so dass nicht schlimmeres passierte.
Wirklich ein grandioser Artikel.
Ja genauso war es… damals…