22.02.2010Konzertbericht : Rock Area 2009 von The Gravedagokck

Die Loreley bebte!
Am Rhein in der Nähe von Koblenz steht der berühmte Loreleyfelsen, auf welchem früher die gleichnamige Dame saß, sich die Haare kämmte, ein Liedchen trällerte und damit unschuldige Kapitäne ihre Schiffe gegen den Felsen fahren ließ. Während die Bands des Rock Area ihre Hymnen sangen fuhr zwar kein Schiff gegen den Felsen, aber dennoch wurden die Metal-Kapitäne wie hypnotisiert zu der Bühne gezogen. Mit nur einer Bühne und keinen Überschneidungen ein sehr überschaubares Festival, welches jedoch einige Hochkaräter in seinem Billing versteckte. Trotz der Möglichkeit alle Bands zu sehen habe ich dieses nicht getan, da ich neben der Musik auch noch den Felsen als solches erkundet und es mir auf dem Campingplatz gut gehen lassen habe.
Mittwoch, der 19.8.2009:
Die Reise begann um 12:44 am Bremer Hauptbahnhof. Ich hatte mit meinem Vater, welcher aus der entgegengesetzten Richtung anreiste, abgesprochen, dass ich mit dem Zug nach St. Goarshausen fahre und dann dort von ihm abgeholt werde. Im Klartext heißt das: Ganz entspannt im reservierten IC bis nach Koblenz fahren und dort dann in einer RB nach St. Goarshausen umsteigen. In der Realität sah das aber ein wenig anders aus. In Dortmund war die Lok unseres Zuges defekt, woraufhin wir in einen anderen IC umsteigen durften, welcher natürlich völlig überfüllt war. Nach über einer Stunde Verspätung kam ich dann in Koblenz an, wo mein Anschlusszug trotz der großzügig bemessenen Umsteigezeit natürlich schon weg war. Hätte ich mir die Fahrtkosten ersetzen lassen (ich hatte so ein Dauer-Spezial-Ticket), wäre mir der nächste Zug auch noch davongefahren. Also in den sauren Apfel beißen und 6,55 € für eine Zugfahrt ausgeben. Als ich dann endlich da war, lief aber alles reibungslos. Wir fuhren auf den Campingplatz, bauten unser Zelt auf und stellten fest, dass noch fast nichts los war, da der eigentliche Anreisetag der Donnerstag ist. So ließ man den Abend ruhig in schönem Ambiente ausklingen.
Donnerstag, der 20.8.2009:
Nach einer erholsamen Nacht scheuchte mich die Sonne gegen 9 Uhr aus dem Zelt. Jene hatte sich offenbar vorgenommen uns alle zu grillen. Wir hatten ein Riesenglück, da neben uns nette Menschen mit einem Pavillon waren unter welchen wir erleichtert flüchteten. Die Entscheidung das Bändchen oberkörperfrei zu besorgen resultierte mit einem gewaltigen Sonnenbrand am nächsten Tag. Die Hitze machte es fast unmöglich etwas zu unternehmen, weswegen in Campingstühlen auf die Bands gewartet wurde, welche um 18:45 Uhr anfingen zu spielen. Für mich ging es jedoch erst um 20 Uhr mit Belphegor los…
20:00 – 21:00 – Belphegor:
Nachdem ich sie auf dem Legacyfest nicht angeschaut hatte, wollte ich zumindest hier mal einen Blick wagen. Sie lieferten eine gute Show ab, in welcher Hellmuth des öfteren das Outfit wechselte und sich gegen Ende noch mit Kunstblut übergoss. Die Songs waren okay, hörten sich stellenweise aber noch etwas matschig an. Erfreut war ich über die Lage der Bühne. Aufgrund der Tatsache, dass sie an einem Abhang lag, konnte man von weiter hinten noch sehr gut sehen.
21:15 – 22:30 – Heaven Shall Burn:
Juhu! Schon wieder Heaven Shall Burn! Nachdem ich sie in Wacken gesehen habe und den Auftritt dort verdammt gut fand, habe ich mich gefreut, dass ich sie schon wieder sehen konnte. Ich wurde nicht enttäuscht. Anfangs war ich etwas verwundert, dass sie nicht mit “Endzeit” sondern mit “Counterweight” begonnen haben, aber ersteres wurde gegen Mitte des Konzertes gespielt und somit war alles gut. Ein weiteres Highlight war der selten live zu hörende Song “Of no Avail”, welchen ich sehr gut finde. Außerdem war es das erste Mal, dass ich Heaven Shall Burn aus der fünften Reihe ohne Blessuren sehen konnte. Der einzige Kritikpunkt: Am Anfang war der Sänger kaum zu hören, was die Atmosphäre etwas zerstört hat.
22:45 – 00:00 – HammerFall:
Und noch ein 2. Gig innerhalb eines Jahres. Die Show war beeindruckend, wenngleich auch nahezu identisch mit der in Wacken. Insgesamt hatten sie etwas mehr Spielzeit und die Songauswahl war auch leicht anders, sodass es sich durchaus gelohnt hat sie nochmal zu gucken.

Freitag, der 21.8.2009:
Krasser Wetterumschwung! War es gestern noch warm und sonnig, so sollte es heute im Laufe des Tages immer wieder regnen und kälter werden. Demzufolge war erneut der Bewegungsdrang etwas getrübt aber nichtsdestotrotz begab ich mich gegen 14 Uhr auf den Weg zum Festivalgelände.
14:30 – 15:15 – Hackneyed:
Das ist echt skurril Leute auf der Bühne zu sehen, welche so alt sind wie man selber. Zumindest, wenn man so alt ist wie ich. Dennoch haben Hackneyed einen Death Metal Auftritt hingelegt, wie es Cannibal Corpse nicht besser gekonnt hätten. Ich war trotz des mäßigen Wetters gut beeindruckt.
15:30 – 16:15 – Callejón:
Hey, die hab ich jetzt innerhalb eines Jahres drei Mal gesehen! Doch der Gig war erneut sehr gut, Sänger Basti wieder bestens drauf und die Songauswahl sowie der Ton nahezu perfekt. Passend zu Callejón kam dann auch die Sonne raus, sodass wieder im T-Shirt gefeiert werden konnte. Anschließend traf ich den Sänger dann noch beim Meet & Greet wo es ein Autogramm, ein Foto und eine nette Unterhaltung gab. Echt sympathische Leute!

18:50 – 19:45 – Endstille:
So, erneut eine Band, die ich vor diesem Gig schon drei Mal gesehen habe, wovon 2 Auftritte erst dieses Jahr stattfanden. Erneut mit dem Übergangssänger und exakt der gleichen Setlist wie in Wacken war der Auftritt eine erfolgreiche Revue. Nach der Show besuchten wir den Lars (Gitarre), welcher uns wiedererkannte und zum Whiskytrinken mit auf den Campingplatz kam.
23:00 – 00:00 – Amon Amarth:
Zwar etwas verspätet, da wir uns mit Lars hervorragend unterhalten haben, aber dennoch rechtzeitig zu einer Beobachtung aus der Ferne. Hier ohne Wikingerschiff mit identischer Setlist, aber irgendwie nicht ganz so ballernd wie in Wacken. Keine Ahnung woran das lag. Gut waren sie dennoch.

Samstag, der 22.8.2009:
Heute war das Wetter wieder gut. Gegen 14 Uhr machte ich mich auf den Weg zum Festivalgelände um Bolt Thrower Merchandise zu ergattern, welches nur auf deren Konzerten zum Verkauf angeboten wird. Nach etwa einer Stunde Wartezeit bis zur Öffnung und noch einer weiteren halben Stunde Quetscherei war ich dann endlich stolzer Besitzer eines Bolt Thrower Shirts vom Rock Area 2009 und eines Logopullis.

19:15 – 20:30 – Onslaught:
Eher unfreiwillig gesehen, da sie irgendwie sehr stark überzogen haben. Eigentlich wollte ich zu Eluveitie. Nach dem Ende der Show kam dann der Veranstalter auf die Bühne, welcher verkündete, dass Eluveitie im Stau stehen würden und der Gig leider aus Zeitmangel ausfällt. Naja, so haben wir uns eben ein bisschen ordentlichen Thrash Metal angetan.
20:45 – 22:35 – Kreator:
Demzufolge hatten auch Kreator eine etwas längere Spielzeit, welche von ihnen sehr gut genutzt wurde. Die Band hat eine Power, die ist echt unglaublich. Der Auftritt gefiel mir um einiges besser als der auf dem Legacyfest.
22:50 – 00:00 – Bolt Thrower:
Endlich! Die Band sieht man leider nicht wirklich oft live, deswegen habe ich mich im Vorfeld sehr gefreut. Die Show selber war gut, der Sound 1A. Es hätte lediglich ein bisschen mehr Interaktion mit dem Publikum geben sollen, die Ansagen waren sehr spärlich verteilt. Dennoch waren die Songs alle sehr gut ausgewählt und mit “The Killchain” mein persönliches Highlight ebenfalls dabei.

Sonntag, der 23.8.2009:
Abreise! Nachdem ich am Tag zuvor noch bis 3:oo Uhr  im Biergarten verweilte, wurde heute rasch das Zelt zusammengepackt und anschließend runter nach St. Goarshausen, wo ich auf den Zug wartete. Die Rückfahrt brachte keinerlei Probleme mit sich und so kam ich gut gelaunt gegen 19:14 am Bremer Hauptbahnhof wieder an, wo mich Freunde erwarteten und nach Hause begleiteten.

 Das Rock Area war verdammt gut. Die Bühne sehr genial, wenngleich aufgrund der Stufen für Hardcoremosher ungeeignet, das Wetter meistens toll, die Bands gut und der Sound exzellent. Die Duschen und Spültoiletten waren gratis und es war vor allem nicht überfüllt. Einzig und allein die Campingplatzbändchen aus Papier und der Müllpfand waren etwas nervig. Sollte die Auswahl der Gruppen stimmen und die Location gleich bleiben, werde ich wohl nächstes Jahr wieder dabei sein.

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