08.07.2009L’Âme Immortelle – Gezeiten von The Gravedagokck
Dieses Album verbindet gekonnt alte Stärken mit neuen Elementen.
Blenden wir mal aus, dass wir 2009 haben. Denken wir uns alle bereits gefolgten Alben weg. Dann haben wir jetzt das Jahr 2004, in welchem die österreichische Band L’Âme Immortelle ihr mittlerweile sechstes Studioalbum veröffentlicht. Auf dem limitierten Digipack finden sich 13 Songs, welche von tragenden Balladen bis hin zu absoluten Ohrwürmern das komplette Spektrum abdecken. Wie bereits beim Vorgänger “Als die Liebe starb” dominieren die depressiven Lyrics, welche aber einfach unglaublich gut in das Soundschema passen. Mit “Fear”, “Rain”, “Masquerade” geht es arg in die elektronische Ecke, wenngleich auch des öfteren von Stromgitarren unterstützt. Tragende, pathetische Songs sind mit “Es zieht dich davon”, “Fallen Angel (superb!), “Gezeiten” und “Ohne dich” auch zahlenmäßig vertreten und können alle auf ihre ganz eigene Art punkten. Mit “5 Jahre” und “Stumme Schreie” zog man noch zwei Songs an Bord, die sich wunderbar als Single auskoppeln ließen. Dass dies geschah war nicht weiter verwunderlich, denn die Texte sind leicht einzuprägen, gut mitzusingen und unglaublich toll! Die beiden Bonustracks “Believe in me” und “Without you” fügen sich nahtlos an das Album an, jedoch sind die zwei Minuten Stille nach “Ohne dich” irreführend, da es sich nicht um Hidden Tracks handelt.
Gesanglich liefern sich Thomas Rainer und Sonja Kraushofer wieder ein Duell nach dem anderen, jedoch können auch beide alleine sehr überzeugen. Die Musiker machen ihre Arbeit allesamt sehr gut, die Kompositionen von Thomas Rainer sind mittlerweile nicht mehr eindeutig einem Genre zuzuordnen, der ein oder andere Song weist eine gelungene Überraschung auf (man achte nur mal auf das für Bandverhältnisse harte Zwischenspiel bei “Fear”).
Nicht nur bei der Musik hat man sich offenbar Gedanken gemacht. Auch die Gestaltung der CD und der 2 Booklets ist sehr gut gelungen.
Mittlerweile von “Namenlos” abgelöst, war “Gezeiten” lange Zeit mein Lieblingsalbum der Band. Die bereits angesprochene Vielfältigkeit und Verknüpfung ihres alten und ihres neuen Stils, sowie die gesamte Atmosphäre des Albums tragen ihren Teil dazu bei. Zwar funktionieren die Songs auch wunderbar alleine, dennoch empfehle ich, dass man sich dieses Album am Stück zu Gemüte führt, da irgendwie eine gewisse Anordnung der einzelnen Lieder nicht zu übersehen ist. Anspieltipps sind demzufolge alles, ganz besonders jedoch “5 Jahre”, “Fear”, “Stumme Schreie”, “Fallen Angel”, “Masquerade” und “Calling”.