22.04.2008Warbreed – So Cry Havoc von The Gravedagokck
Lo golpea así justamente!
Diese spanische Überschrift bedeutet so viel wie “Das knüppelt so richtig” und ist garantiert grauenhaft und enthält mindestens 5 Fehler, denn ich kann kein Spanisch. Warbreed schon, denn die Jungs kommen aus Argentinien, singen jedoch glücklicherweise auf Englisch. Naja, “singen” .. der Shouter hat so einen krassen Ton drauf, dass man selten etwas verstehen kann. In einer Hinsicht ist das natürlich relativ wurscht, jedoch sind die meisten der Texte in irgendeiner Form intelligent mit dem 3. Reich verknüpft und behandeln aus jenem diverse Themen. Nun, wie kommt eine Band zu diesem Thema? Laut den Jungs selber aus reinem Interesse. Doch nun zu dem, was eigentlich interessiert: Die Musik! Warbreed spielen einen schnellen Melodic Death Metal, manchmal langsamer, manchmal schneller. Diese in Eigenproduktion aufgenommene EP stellte 2006 das erste Lebenszeichen der Band dar, welche diese kostenlos auf der Homepage zum Download anbietet, aber auch für 10$ auf CD gebrutzelt verkauft. Musikalisch werden keine Kompromisse gemacht. Cleanen Gesang sucht man vergebens, der muss aber auch nicht sein. Nun, um sich das ganze etwas näher anzuschauen, nochmal zwei der insgesamt 5 Songs der EP näher angeschaut:
Sippenhaft – Ein sehr schneller Song mit einem interessanten und dennoch amüsierenden Text, zumindest für die deutschen Hörer, da es im Englischen offenbar immer noch kein Wort für “Übermensch” gibt. Die Strophen sind durchgehend sehr schnell, während im Refrain das Tempo etwas zurückgefahren wird. Live sicherlich ein Hit zum mitmoshen.
The Spandau Enigma – Hier geht’s also um den Berliner Stadtteil, das wusste ich bis vor einer Minute auch noch nicht. Das ändert auch nix am Song an sich, der ebenso durchweg schnell ist und durch seine musikalische Brutalität und Kompromisslosigkeit besticht. Warbreed tun das, was sie sehr gut können, “lo golpea así justamente”, sie knüppeln so richtig!
Krasse EP! Sehr gute Tonqualität und ziemlich rockig-coole Songs, die nur einen Haken haben. Die kurze Spielzeit. Ich will endlich ein Album von diesen genialen Alles-Wegbolzern aus Argentinien. Das kommt auch, “later this year”! Wer schnörkellosen Melo-Death mag, muss hier reinhören, sowas Gutes gab’s im Genre schon lange nicht mehr, einziger Abzug: Das Instrumental “Hostis ante Portas”, dessen Intro zwar cool ist, aber im Song selber nicht überzeugt.