
Der Plot
Wie schon erwähnt, ist die größte Änderung an Call of Duty – Modern Warfare (moderne Kriegsführung), so der offizielle Name des neuen Teils, die Geschichte, welche sich, untypisch für die bisherigen Spiele dieser Reihe, in der Gegenwart einbürgert. Im nahen Osten ist wieder mal Ärger angesagt. Der Araber Al-Asad macht Probleme. „Er wolle sich von den westlichen Mächten nicht unterdrücken lassen“, so seine ungefähren Worte. Deshalb muss er einen Anschlag auf die Vereinigten Staaten planen – logisch. Was folgt also nun? Tja, wie kann es anders sein, Amerika muss wieder mal Weltpolizei spielen. Zugegeben, die Story wirkt sehr klischeehaft – und das ist sie auch in der Tat. Jedoch wird die Inszenierung dieses Krieges bombastisch dargestellt, aber dazu später mehr.
Als Spieler schlüpft man also wieder, wie bei den anderen Teilen auch, in mehrere unterschiedliche Personen. Einmal wären das bekanntlich die Amerikaner, die wesentlich „rauer“ vorgehen, als die Briten, die die zweite zu spielende Partei darstellen, und den Amis unter die Arme greifen. Mit letzteren ist man meistens nachts, und mit Schalldämpfer unterwegs. Spieler die die ersten beiden CoD Teile meisterten, werden auch Captain Price wieder erkennen. Die erste Mission spielt man als Brite. Man gelangt durch einen russischen Informanten zu den Infos, dass auf einem Schiff ein wichtiges Paket gelagert ist. Es folgt ein Flug mit Hubschrauber. Am Schiff angelangt schießt man sich mit altbekanntem Gefühl durch. Dabei feuert man auch auf betrunkene, bzw. schlafende Gegner – den Missionsnamen „Besatzung entbehrlich“ kann man hier aufs Wort genau nehmen. Später, tief im inneren des Schiffes findet man das gesuchte Paket. Zu schwer ist aber der Transport, deshalb verschwindet man lieber nur mit den nebenbei liegenden Papieren. Sowieso wird dies, der zu schwere Transport oder zu wenig Treibstoff im Heli, sehr oft benutzt, um eine gewisse Spannung zu erzeugen. Während des Rückzugs kommt die Info, dass sich Feinde nähern, und unvorhergesehene Ereignisse geschehen – solche Momente zeichnet den Titel besonders aus. Im Laufe des Spiels spielt man beide Parteien abwechselnd, immer mehr Personen werden involviert, die Spannung steigt. Wobei ich an diesem Punkt nicht mehr über die Story verraten will.
Die Inszenierung
Inszeniert wird dieses Spiel einfach bombastisch. Entweder durch die wunderschöne Darbietung des Intros (das man übrigens mit keiner Taste abbrechen kann, aber das würde einem auch nicht in den Sinn kommen), oder durch das unglaublich atmosphärische „Drumherum“: Von jeder Seite kommen Schüsse, zerbersten Granaten, zischen Raketen von Raketenwerfer. Von Zeit zu Zeit wird die Umgebung in eine signalisierende rote Farbe getaucht, oder aber Blendgranaten fliegen einem direkt ins Gesicht, füllen den Bildschirm für kurze Zeit komplett weiß, und enden mit einem Pfeifen, welches in den Ohren hängen bleibt. Die Benachrichtigung der aktuellen Geschehnisse oder das Laden einer Mission reißt den Spieler nicht aus der Atmosphäre heraus: Zwischen den Missionen wird einem die Erdkugel mit den aktuellen Geschehnissen gezeigt und mit einer Nachrichtensprecher-Stimme untermalt. Und zwar während eine neue Mission lädt. Hat man zumindest 512 MB RAM wird einem so das Laden gar nicht bewusst, würde nicht der weiße Balken unten angezeigt. Wurden alle Infos erwähnt, bzw. alles fertig geladen, zoomt man direkt zu seinem Spieler in die Erdkugel hinein. Klasse!
Missionsdesign
Die einzelnen Missionen spielen sich eigentlich alle ziemlich ähnlich – man ballert sich zum Ziel durch. Jedoch sind es die unvorhersehbaren Ereignisse und die Atmosphäre die die Abwechslung ausmachen. Es gibt viele verschiedene Schauplätze und Einsatzgebiete. So ballert man meistens auf dem Boden herum, doch auch im Heli erwartet man den Einsatz des Spielers. Eine Mission des Spiels fällt komplett aus der Reihe. In dieser geht es darum, nachts die feindlichen Soldaten und Panzer am Boden aus einem Flugzeug abzuschießen. Diese eine Mission sticht deswegen heraus, weil sie erschreckend realistisch ist, was man von den anderen Missionen nicht behaupten kann – im positiven Sinne. Das ganze Spiel ist aufgemacht wie ein guter Hollywood Streifen.
Grafik
Nennenswertes wurde eigentlich schon bei der Inszenierung gesagt. Trotzdem: Auch die Grafik ist einsame Klasse. Nur Crysis kann diese noch übertrumpfen. Auf höchsten Einstellungen braucht man sicherlich einen High-End PC, jedoch, und das ist das schöne daran, sieht das Spiel auch mit einer Auflösung von 800×600 und vielen deaktivierten Optionen, noch um einiges besser aus als etwaige andere Spiele mit ähnlichen Einstellungen.
KI
Die Intelligenz der Mitstreiter, wie auch der Feinde ist ähnlich gut, wenn nicht besser als im zweiten Teil. Sie suchen schnellst möglichst Deckung, kriechen hervor, schießen, und gehen wieder in Deckung. Meist ist es so geregelt, dass der Spieler als erstes vorrücken muss, damit sich auch die Kameraden weiterbewegen. In CoD 2 wurden Gegner endlos lang respawned, wenn man an einer Stelle verharrte. Zwar ist es im neuen Teil nicht mehr endlos lange, jedoch kommen trotzdem unrealistisch viele Gegner, wenn man nicht weiter vorrückt. Fehler kommen fast nie vor, mit Betonung auf „fast“. Es ist ein- oder zweimal vorgekommen, dass ein Gegner, obwohl man direkt vor ihm steht, nicht losfeuert.
Multiplayer
Ein besonderes Augenmerk haben die Entwickler im vierten Teil auf den Multiplayerpart gelegt, da dieser in den vorherigen Teilen außer verschiedenen Modi wenig Abwechslungsreiches beinhaltete. Das änderte sich bei diesem Release. Zwar blieb die Grundstruktur, manche Modi wurden nur umbenannt, im Endeffekt sind diese aber die selben. Allerdings werden Spieler belohnt, je mehr Gegner man „umbringt“, ohne selbst das Zeitliche zu segnen. Bei drei getöteten Gegnern bezieht man ein Radar, worauf die Position etwaiger Gegner ersichtlich wird. Bei fünf Abschüssen erhält man einen Artillerieanschlag an gewünschter Position. Zuletzt bekommt man bei 7 toten Feinden einen Hubschrauber, der herumkreist und einem so hilft, Gegner auszuschalten. Außerdem gibt es sogenannte Herausforderungen. Erledigt man diese (z.B. Abschießen eines Helis, bestimmte Trefferzahl mit einer Waffe, usw.) bekommt man eine Menge Punkte. Diese erlangt man zwar auch durch Abschießen eines Gegners, jedoch keineswegs in der großen Vielzahl einer gemeisterten Herausforderung. Anfangs befindet man sich bei Level eins, und mithilfe dieser verdienten Punkte mausert man sich bis zu Level 55. Je nachdem welches Level man hat, werden neue Waffen, Zielfernrohre oder auch Skills freigeschaltet. Diese werden gespeichert und nicht zurückgesetzt. Man muss also nicht von vorne anfangen, wenn man das Spiel beendet. Darüber hinaus wurde auch ein Klasseneditor erstellt. So kann man seine eigene Klasse kreieren und mit den freigespielten Items „aufmotzen“.
Sonstiges
Ansonsten ist noch zu sagen, dass die Lebensanzeige weiterhin weg bleibt, und das bewährte System vom zweiten Teil auch hier Einzug findet. Die Spieldauer der Einzelspieler Kampagne ist allerdings mit ca. 7 Stunden (je nach Schwierigkeitsgrad) sehr kurz bemessen.
Linear aber Hervorragend. Abschließend möchte ich sagen, dass es zwar ein sehr linearer Shooter ist, jedoch gerade durch diese Linearität eine hervorragende Atmosphäre geschaffen wird. Ja, das Spiel ist extrem kurz. Aber voller Höhepunkte. Und außerdem kann man nach der Kampagne immer noch auf den Multiplayerpart umsteigen, der mit vielen neuen Ideen protzt.