08.10.2008Jazz Jackrabbit 2 von The Gravedagokck

Drei Hasen auf dem Kampf gegen die böse Schildkröte.
1994 hatte ein grüner hoppelnder Hase namens Jazz Jackrabbit sein Bildschirmdebut. Damals noch alleine, kämpfte er gegen die Schergen des bösen Devan Shell, welcher das gesamte Universum unter seine Kontrolle bringen wollte. Die Geschichte von Teil 2 beginnt damit, dass Jazz mit Prinzessin Eva Langohr verheiratet wurde. Doch Devan Shell gibt sich natürlich nicht zufrieden und klaut den Diamantring von Jazz’ Angebeteter. Damit kann er eine Zeitmaschine bauen und somit Vergangenheit und Zukunft neu schreiben. Das kann Jazz nicht auf sich sitzen lassen und macht sich auf den Weg, den Ring zurückzuholen.

BildVerrückte Verstärkung!
Jazz ist diesmal jedoch nicht allein. Mit im Gepäck hat er seinen durchgeknallten Bruder Spaz und – im kurz nach dem Hauptspiel erschienenen Add-On – auch seine Schwester Lori. Bevor man sich zum großen Abenteuer aufmacht, muss man sich für einen der drei Charaktere entscheiden, wählt einen Schwierigkeitsgrad aus (welcher sich durch mehr/weniger Gegner äußert) und der Spaß kann beginnen. Hat man das Add-On installiert, beginnt man mit den Secret Files, einer zusätzlichen Ansammlung von Levels, die einen u.a. durch diverse Osterlevel, ein Spukhaus und eine Großstadt führen. Wenn man durch diese durch ist, beginnt das reguläre Spiel, welches in fünf Kapitel aufgeteilt ist. Dort durchquert man zum Beispiel einen mittelalterlichen Dungeon, einen Garten, den Mars und zu guter Letzt geht man für diesen Diamantring sogar durch die Hölle.

Alte Bekannte oder von den verschiedenen Leveln und Monstern
Wie im ersten Teil sind die Gegner zu einem großen Teil irgendwelche Schildkröten. Da gibt es die klassischen Exemplare auf vier Beinen, welche nur zubeißen können, die Muskelpakete, welche ordentlich was an Schüssen aushalten, deren Frauen, welche mit Karateschlägen einen ganz ordentlich durch die Luft befördern und auch gelbe, schildkrötenartige Wesen, die entweder zu einem seltsamen Beat durch die Gegend stapfen oder an kleinen Flugmaschinen hängen und Bomben abwerfen. Verrückt? Ja! Weiterhin hat man mit Fledermäusen, Affen, Hunden, Schmusekätzchen, Geistern, Skeletten, Minidrachen, Marsmenschen, elektrischem Strom mit Augen und kleinen Teufelchen zu tun. Und das waren noch längst nicht alle.
Auch die Level dürften dem Spieler des ersten Teils teilweise bekannt vorkommen. So hat man einen Großteil der ersten Mission daraus übernommen und stapft erneut durch den “Diamondus”-Level, die elektronische Station und den Mars.

Simpel, fesselnd, süchtig machend!Bild
Das Spielprinzip ist schnell erklärt und schnell verstanden. Man hoppelt durch die Level, ballert alles nieder, was sich bewegt, sucht Goldmünzen für Bonus-Verstecke und sammelt so viele Punkte wie möglich. Wie das Spiel mit einer 6er-Freigabe durchkommen konnte lässt sich wohl nur durch das Alter erklären, denn man bekommt für das Töten von armen Tieren Punkte! Nun ja, außerdem kann man Punkte bekommen, indem man Obst isst und eigentlich jeden einsammelbaren Schrott einsammelt. Das sind unter anderem jegliche Art vorstellbarer Lebensmittel, Diamanten mit unterschiedlichem Wert, Münzen in Silber und Gold sowie natürlich Waffen! Hat man genug Obst gegessen, bekommt man für 20 Sekunden einen “Zuckerspiegel”, welcher einen unsterblich macht und jeden Gegner bei Berührung zerplatzen lässt. Nun zu den Wummen: Man hat insgesamt 9 Knarren zur Verfügung, welche sich je einmal aufrüsten lassen. Diese sind: der Standard-Blaster, welcher über unbegrenzt Munition verfügt, die blauen Hüpfkugeln, die man auch aus Teil Eins kennt. Beim Upgrade werden diese lila und springen länger. Dann gibt es noch einen Freezer, welcher je nach Stufe einen oder zwei Schuss abgibt und Gegner kalt stellt. Numero vier ist eine zielgesteuerte Rakete, die sich ein Lebewesen in der Nähe aussucht und es dann auch sicher trifft! Es folgen ungesteuerte Raketen, von denen man entweder zwei grüne oder drei rote abfeuert. Dann gibt’s noch den obligatorischen Flammenwerfer, TNT (das man übrigens nicht aufrüsten kann), komische kleine Schwarzpulverkügelchen und einen Laserstrahl, der gnadenlos durch alle Gebäude dringt.

BildDas Trio Infernale
Nun hat man die Qual der Wahl, welchen Charakter man spielen soll. Sie haben alle ihre Spezialfähigkeiten und Eigenschaften. Der grüne Jazz kann bei zweifachem Druck auf die Sprungtaste mit seinen Ohren in der Luft einen Rotor bilden und so langsam zu Boden gleiten. Führt man die Tastenkombination “Ducken & Springen” aus, macht er einen Sprung gen Himmel mit der Faust voran, der zerstörbare Blöcke durchbricht. Der rote Spaz hat keine Rotoren, sondern beherrscht statt dessen einen nützlichen Doppelsprung und außerdem einen Kick zur Seite, welcher auch alles niedermäht. Die gelbe Lori ist eine Art Mischung zwischen den beiden, denn sie kann mit ihren Ohren auch fliegen wie Jazz, macht aber einen blitzschnellen Angriff zur Seite wie Spaz. Alle drei können sich außerdem im Sprung auf ihren Allerwertesten setzen, um zerstörbare Blöcke zu durchbrechen oder Gegner zu zermatschen. Ebenfalls niedlich sind die Animationen der Charaktere, wenn man sie zu lange stehen lässt. Doch ich will ja nicht alles verraten …
 Das Jump ‘n Run macht mehr Spaß als alle anderen, die ich je gespielt habe. Nicht nur, dass die Charaktere alle viel genialer sind als Mario und Co. Man hat auch einfach mit mehr Liebe zum Detail entwickelt. Man braucht bestimmt 50 Durchläufe, bis man jeden Geheimgang gefunden und jede Bonusrunde bekommen hat. Das erstaunliche ist: es wird dabei nicht langweilig! Man kann es immer und immer wieder durchspielen. Der einzige Nachteil ist die kurze Spielzeit, man kann es an einem Tag problemlos durchspielen. Das ist aber für mich kein Kriterium, welches mich in meiner Benotung beeinflusst. Ich habe das Spiel bestimmt 150 Mal durchgespielt und werde es auch noch mindestens noch einmal so oft durchspielen! Jeder, der coole Charaktere, witzige Levels, geniale Sprüche und leichte Action mag, sollte sich dieses Jump ‘n Run-Actionspiel besorgen! 

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