26.07.2009Rise of Legends von Vin

Allgemeines
RoLRise of Legends ist ein ungewöhnliches Echtzeitstrategiespiel, denn es mischt packende Massenschlachten mit einem komplexen, an Aufbauspiele erinnernden, Aufbau- und Wirtschaftsteil. Anders als in anderen Strategiespielen ist außerdem, dass man erstens große, zusammenhängende Städte baut, und zweitens nicht in einem klischeehaften Fantasy-Universum spielt.

Städte

Anders als in Spielen wie Warcraft 3 oder Schlacht um Mittelerde 2 ist die Stadt das absolute Herzstück einer Basis. Denn nur in einem bestimmten Radius um seine Basis (Territorien genannt) kann man Produktions- und andere Gebäude bauen. Die Städte selbst baut man mit verschiedenen Modulen zur Mega-Metropole aus. Kriegsbezirke stärken die Verteidigung der Stadt und rufen kostenlose Truppen herbei, Handelsbezirke erhöhen das Resourcenlimit. Des weiteren hat jedes Volk einen Spezialbezirk. Hat man eine bestimmte Anzahl an Bezirken gebaut, kann man seine Stadt zur Großstadt bzw. zur Metropole ausbauen. Dann sehen sie nicht nur schicker aus, sondern man kann auch neue Sachen erforschen.

Schlachten & Einheiten

Einheiten werden, wie anscheinend jetzt so üblich, in neuner Trupps ausgebildet. Was jedoch neu ist: Jede Einheit des selben Typs kostet mehr als die Vorherige. Dasselbe ist übrigens auch bei den Gebäuden so. Das bringt das Stein-Schere-Papier Prinzip noch mehr zur Geltung. Jedes Volk besitzt zusätzlich zu den normalen Einheiten auch drei Helden und eine „Supereinheit“. Letztere ist z.B. eine Art riesige Spinne (Bild), die Anderen verrate ich nicht, Spannung muss sein. Auch gibt es eine Art Formationsfunktion wie in SuM 2, aber kann man die Formation nicht verändern. Wenn einmal zwei große Armeen aufeinander treffen kommt es zu einem effektvollen Feuerwerk. Da verbrennen zwei Salamander einen Teil verwirrt rumlaufender Vinci-Schützen, dort schlagen Raketen der Vincis mit großen Explosionen in eine Alin Stadt ein, wieder woanders beschwört ein Held einen Eisblitz. Dabei muss man nicht einmal einen High-end Rechner besitzen. Im Kampf ist die „P“-Taste wohl euer bester Freund. Oft muss man das Geschehen pausieren, um in großen Schlachten Befehle zu geben. Auch sehr praktisch sind die Dominanzen. Wer z.B. am meisten Einheiten hat, kann Gegner bekehren.

Völker
Die Völker können optisch nicht unterschiedlicher sein. Spielerisch reichen sie zwar nicht an die Rassen aus Starcraft heran, sind aber um einiges abwechslungsreicher als im Vorgänger Rise of Nations. Die Vinci setzten auf technische Einheiten, die Alin sind orientalisch angehaucht und die Cuotl erinnern an die Azteken. Die Vinci können Prototypen erforschen, die Alin sind Meister im Umgang mit der Magie und die Cuotl besitzen die stärksten Entwicklungen. Zwar braucht man etwas Zeit um sich in die Alin und Cuotl einzugewöhnen, danach sind sie aber spannender zu spielen als die Vinci. Zwar haben alle Völker in etwa das gleiche Grundgerüst (Mine, Land-, Luft-,Eliteeinheitenproduktionsgebäude, Verteidigungsanlagen) ,trotzdem spielen sich die Völker erstaunlich unterschiedlich. Die Vinci sind aufgrund ihrer schweren, langsamen Panzereinheiten eher gemäßigt, die Cuotl können ihre Produktionsgebäude bewegen und sind so besonders flexibel.

Technik
Trotz relativ geringen Hardwareanforderungen sieht dass Spiel sehr gut aus. Zwar kann es nicht gegen Spellforce 2 antreten, allerdings haben die dampfenden Maschinen oder die glänzenden Eismonster ihr eigenes Flair. Sehr gut: Im Optionsmenü sind alle Unterschiede in der Performance vermerkt. Die Musik wird zwar auf die Dauer eintönig, wirkt aber nicht so überheblich wie in Spellforce 2. Die Soundeffekte sind sehr gut gelungen. Manchmal lassen die Raketenexplosionen sogar Call of Duty 2 alt aus sehen. Die Sprecher sind motiviert bei der Sache, allerdings sind es zu wenig Sprecher.

Story & Kampagne
Ich kann und möchte nicht viel zu der Geschichte sagen: Am Anfang tötet der Doge den Freund von dem Haupthelden. Dieser will Rache nehmen. Klingt sehr ausgelutscht? Ist es bis jetzt auch. Das macht aber das klasse Missionsdesign wett. Leider begeht Rise of Legends den selben Fehler wie Schlacht um Mittelerde. An enorm spannende Missionen setzt es ein paar „langweilige“ Skirmishmissionen. Von Einsatz zu Einsatz kommt man auf einer Karte voran, wie in dem Ringkriegmodus in SuM 2.

 Fazit: Wer sich gerne in ein komplexes Spiel einarbeitet findet in Rise of Legend ein komplexes, innovatives Strategie Spiel mit vielen sinnvollen Neuerungen. 

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