Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

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Beitrag » 1. Jun 2020 16:33 #3251

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The Gravedagokck
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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von The Gravedagokck »

Deus Ex: Human Revolution - Director's Cut - 8,5/10
So, der dritte Teil ist nun auch durch. Als Reboot wie Prequel angelegt, versucht "Deus Ex: Human Revolution" die Fans des ersten Teils zu begeistern und...
...schafft das auch auf ganzer Linie. Das Gameplay des Originals (und auch von "Invisible War" natürlich) wurde offensichtlich gut studiert, größtenteils übernommen und mit einigen, modernen Klecksen verfeinert. Das kann extrem cool sein und die Spielmechanik noch bereichern (wie z.B. die erlernbare Fähigkeit, die Persönlichkeit des Gegenübers zu analysieren und ihn ggf. zu manipulieren) oder auch nur "ganz nett", aber auch nicht störend (wie zum Beispiel das Hackingspiel, das nach ein paar Malen recht redundant wird). Sehr cool: die Reminiszenz an die Frauentoilette aus dem Originalspiel.
Die Story an sich ist wie gesagt gute 20 Jahre vor dem Originalspiel angesiedelt und spielt in einer Zeit, in der die Augmentations an Personen noch nicht so wenig offensichtlich sind, wie es bei den Vorgängern der Fall war. Nach dem obligatorischen Intro bekommt man dann einige Fähigkeiten selber verpasst, da man vorher fast abnippelt und versucht dann, seinen Weg zu finden. Ich bleibe bewusst vage, weil die Story recht vielschichtig ist und auch einiges an Lore bietet. Ich habe aber irgendwann aufgehört, jede einzelne Mail an gehackten Terminals zu lesen, das war mir echt zu viel.
Spielerisch kann man schleichen, ballern, ein paar Fähigkeiten benutzen, wie sich kurzzeitig unsichtbar zu machen. Die Takedowns, die man an Gegner (entweder tödlich oder nur knock-out) vollziehen kann sehen auch stylisch aus, wiederholen sich aber zwangsläufig auch irgendwann. Positiv ist, dass man jeden Level angehen kann, wie man will. Die Dialoge wirken sich zwar darauf aus, aber das war's auch, es gibt kein gekünsteltes Moralsystem wie z.B. in "Dishonored", es motiviert von selber, verschiedene Wege (mal Schleichen, mal Rambo) zu gehen.
Was ich noch weird fand, dass die Videosequenzen in einer gesonderten Rendergrafik daher kam. Ich dachte, sowas wäre um 2005 rum gestorben und die Immersion wäre bei Gameplaygrafik größer gewesen. Naja, schlimm war's nicht, nur ungewohnt, kam richtig altbacken rüber irgendwie, obwohl das Spiel ja von 2011, bzw. der DC von 2013 ist.
Insgesamt schafft "Human Revolution" Fans der Serie abzuholen und sicherlich auch Neuspieler zu motivieren, wobei die dann die massigen Anspielungen auf die Vorgänger nicht checken werden, was der Story nochmal eine extra Tiefe verleiht. Mir hat's Spaß gemacht, ich gönne mir noch "Mankind Divided" jetzt und vielleicht auch den Ableger "The Fall", den ich als Retail habe. Vielleicht hätte es sogar 9 Punkte verdient, aber mir war das Lesen und das Hacking etwas zu viel.
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Beitrag » 9. Jun 2020 16:04 #3252

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The Gravedagokck
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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von The Gravedagokck »

Deus Ex: Mankind Divided - 8,5/10
Und da haben wir Teil 4 auch weg. :D Die "Digital Deluxe"-Edition enthielt auch gleich noch die drei DLCs (einer Day One, zwei nachträglich veröffentlicht), welche ich natürlich gleich mit weggezockt habe.
Vorweg: ich weiß es nicht genau, welches für mich das beste "Deus Ex" ist, punktgleich bewertet habe ich sie ja alle, mit einer leichten Tendenz nach unten bei "Invisible War". Ich fand aber, dass "Mankind Divided" gegenüber dem ebenfalls sehr guten "Human Revolution" nicht abfällt, wie ich es (teils ja auch hier) oft las. Um darauf aufzubauen, fange ich mal mit meinen Kritikpunkten des Spiels an:
- der Prolog hyped mich nicht unbedingt auf das Spiel, vor allem weil schon wieder der "du darfst kurz alles nutzen und dann wirst du von all deinen Fähigkeiten gestripped"-Move gebracht wird, der natürlich verständlich, aber auch meeeeeega uninspiriert ist. Und der Fight im Sandsturm hat mich mein "keine Leute umgenietet"-Achievement gekostet!
- generell ist der Anfang sehr schleppend und ich fühlte mich an "Wolfenstein II" und "Mass Effect: Andromeda" erinnert, an ersteres weil ich dachte, ein gutes Spiel würde durch einen unnötigen Hub kaputt gemacht (das ist hier aber harmlos, es sind trotzdem noch einzelne Sequenzen mit Sidequests, die teilweise halt in der gleichen Umgebung spielen) bzw. halt eben der verbockte Beginn (wie bei ME:A).
- die Story packte mich, wie bei irgendwie fast allen Spielen der Reihe nicht so krass, dass sie mir lange im Kopf bleiben wird. Aber sie ist mal was anderes.
Joa, ich hab das Gefühl, irgendwas hab ich vergessen, aber das ist alles, was mir an Kritik zu dem Spiel einfällt. Alles andere ist ziemlich großartig, das Gameplay ist klasse, man hat wieder 1000 Varianten, einen Job zu erledigen, das Setting und die Atmosphäre sind stimmig, die Sidequests interessante, kleine Nebenstorys und je mehr Fähigkeiten man hat, desto mehr macht es Spaß, an die einzelnen Missionen ranzugehen. Gerade die Level in Golem City, GARM usw. fand ich wirklich toll designt, aber Prag macht auch richtig Spaß, selbst später im Spiel, wo ich erst dachte, jetzt wird es nervig.
Insgesamt, und das Fazit ziehe ich für die gesamte Reihe, sind hier vier Spiele, die sogar alle irgendwie miteinander zusammenhängen (die beiden neueren Teile sind ja quasi Prequels) und ich fände es super epic, wenn man mit einem "Deus Ex 5" irgendwie den Bogen zu JC Denton und Konsortium schlagen könnte. Oder meinetwegen auch erst im sechsten oder siebten Teil, solange das Niveau so konstant gut bleibt. :D
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Beitrag » 14. Jun 2020 16:10 #3253

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The Gravedagokck
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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von The Gravedagokck »

Shadow of the Colossus (2018) - 5,5/10
Wow, so ein krasses Ende, eine nie dagewesene Atmosphäre, bahnbrechende Innovation, furiose... nicht.
"Shadow of the Colossus", mir hier als Remake für die PS4 vorliegend, ist so eines von den Spielen, die von der Fachpresse gehyped werden ohne Ende und auch eine riesige Fanbase haben. Da ich ja genretechnisch mittlerweile weiter aufgestellt bin als früher, dachte ich mir, könnte ich mir den Kram ja mal geben, vor allem, weil mir ein hoch emotionales Ende versprochen wurde.
Positiv beeindruckt haben mich die Grafik, die, wie bei PS-Exclusives gewohnt, sehr schön aussieht, auch die Weiten der Landschaft und die Kolosse wirken sehr erhaben und mächtig (bis auf die beiden Stiere, die waren einfach zu klein). Der Soundtrack ist ebenfalls über dem Durchschnitt und leitet einen mit wunderbaren Melodien durch das Spiel, die Atmosphäre, die aufkommt, wenn ein Koloss fällt, ist großartig, die Musik der Endsequenz auch sehr memorabel.
Negativ beeindruckt haben mich die unglaublich umständliche und unpräzise Steuerung, was wiederrum für ein PS-Exclusive gar nicht geht. Das Pferd steuert sich wie zu den Anfängen der Pferdesteuerung, bei den Kletterpartien könnte der Held dringend mal Nachhilfe bei Lara Croft oder Nathan Drake nehmen und die Triggermomente für's Fallen oder, wo das Pferd dann stecken bleibt, sind ein Witz. Dann ist das Gameplay logischerweise repetetiv, das muss man aber auch mir ankreiden, man kann schließlich überall lesen, dass das Spiel einzig und alleine daraus besteht, 16 Kolosse umzuklatschen. Die Collectibles sind natürlich genau so belanglos wie in jedem anderen Videospiel, habe davon aber eh nur 2 gefunden. Die Speicherpunkte sind rar gesät, ich hab zum Glück nur einmal einen gebraucht. Und warum man manuell speichern kann, wenn man dann trotzdem wieder am Speicherpunkt aufwacht, nachdem man das Spiel neustartet, frage ich mich auch. Die Funktion wird damit nutzlos.
Der größte Negativmoment für mich war aber das Ende. Alle haben immer gesagt, das Spiel hat so ein absolut großartiges Finale, das mächtig auf die Tränendrüse drückt, aber ich fand es relativ 0815. Klar, war es eine interessante Idee, aber dadurch, dass man zu seinem Charakter und den anderen Figuren keine Bindung aufbaut, ist mir halt das alles überhaupt nicht nahe gegangen, was da passiert ist. Der Schluss der Story, welche ja vorher kaum inne Gänge kommt, war zwar okay, aber "genial" fand ich höchstens, dass ich nur knapp 5 Stunden gebraucht habe, bis das Spiel vorbei war.
Ich denke, mit besserer Steuerung und vor allem auch ein paar mehr Hilfen (die Kolosse sind z.T. die klassischen Trial-and-Error-Fights, welche ich schon bei anderen Spielen wie "Darksiders" gehasst habe), hätte das Spiel auch 'ne 7/10 von mir bekommen, aber so ist es für mich reines Mittelmaß mit leichter Luft nach Oben wegen des Soundtracks und der Grafik. Ich denke, dass viele auch viel mehr Spaß mit dem Spiel haben werden, aber meines Erachtens nach ist der Klassikerstatus für die breite Masse nur bedingt gerechtfertigt.
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Beitrag » 17. Jun 2020 21:35 #3254

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Crizzo
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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von Crizzo »

Anno 1800
  • System: PC, hohe Einstellungen, ohne DLCs
  • Spielzeit: 66 h
  • Einwohner: 43.270
  • Finanzen: 13,17 Mio Münzen mit 60.460 Münzen Einkommen
  • 17 Inseln (12 Alte Welt, 5 neue Welt)
Ein Wort: beste Anno bisher. Noch kein Teil hat mich so fasziniert und an den Bildschirm gefesselt und das gute alte "5min noch, noch eben die Route überarbeiten und hier das bauen...", zack...23:30 Uhr und eigentlich wollte man schon pennen gehen. :nice:

Neu ist das System der Arbeitskraft. Es gibt 5 Bevölkerungsgruppen (Bauern, Arbeiter, Handwerker, Ingenieure und Investoren), außer Letztere haben alle anderen einen Counter für verfügbare Arbeitskraft. Kurz: hat man 100 Bauern und will eine Schweinemast bauen, die z. B. 10 Arbeitskräfte benötigt, hat man danach nur noch 90 verfügbare Bauern zum Arbeiten. Die Produktionstätten sind nur bei 100% Produktivität, wenn genug Arbeitskräfte vorhanden sind. Das führt automatisch dazu, dass man die Inselbevölkerung erhöhen muss, wenn bestimmte neue Produkte gefertigt werden müssen. Später kann man einen Pendlerkai bauen, dann kann man Arbeitskräfte zwischen zwei Inseln tauschen und braucht z.B. keine Bauern oder Ingenieure auf dieser Inseln ansiedeln.

Ohne DLC gibt es "nur" die Neue Welt, also die Karibik mit ihren stark begrünten und zerfledderten Inseln. Dort gibt es nur zwei Bevölkerungsstufen und sie ist die Hauptquelle für Öl sowie die Möglichkeit zum Importieren von Rum, Zigarren, Kauschuk, Baumwollstoff etc. Womit wir auch beim komplexesten Thema wären: Handelstouren. Je höher in der Alten und Neuen Welt die Einwohnerstufen steigen und je mehr man von bestimmten Stufen hat, wollen diese plötzlich Dinge aus der Neuen oder Alten Welt. Also schifft man quer durch die Gegend: Nähmaschinen, Bier, Rum, Zigarren, Stoff etc. Dazu kommt, dass man nicht auf jeder Inseln alle Ressourcen zur Verfügung hat, demnach karrt man auch innerhalb der Welt Waren von A nach B über C und D. Ich hatte am Ende ungefähr 40-50 Schiffe und halb so viele Handelsrouten, was die Sache sehr unübersichtlich macht. Ich hab dann angefangen einen Sammelhafen zu gründen, wo alles aus der Alten Welt ankommt und alles von der Neuen Welt ebenso und dann hin und her gefahren wird. Transfer-Routen und Alt/Neu waren dann die Keywords bei den Routen, die Benachrichtung, dass es kleine Probleme auf den Routen gibt, habe ich schnell deaktiviert, die kommen sonst im Minutentakt. Irgendwo kann immer eine Ware nicht geladen oder entladen werden. Uff, ein paar mehr Settings hätten gut getan. Z.B. nur Handeln wenn dort weniger als X vorhanden ist oder so. Im Moment kann man nur die Schiffe ewig warten lassen oder die Ware entsorgen oder mit dem Fakt leben, dass man eben 12 Tonnen Rum wieder zurück karrt.

Was auch noch nervte ist der Umstand, dass das Menü in den Lagerhäusern und Häfen nicht so übersichtlich ist. Ich vermisste oft einen Filter nach Kaufe ich, Handel ich, Verkaufe ich etc. Es gibt zwar einige Diagramme zu der Bevölkerung, den Finanzen etc., aber ich hab am Ende trotzdem den ganzen Handelskram und alle Häfen durchgeklickt und alle Schiffe kontrolliert bis mir nach Stunden auffiel, wieso ich 100tausende Münzen rasant verliere und dann eben eine Einkaufsroute beim Händler auf der Insel über sehen habe. :autsch:

Ansonsten wunderbares Spiel und sehr hübsch, sanftes Gedudel im Hintergrund, ausreichend komplex, Gegner, Neutrale und Piraten auf der Karte. Krieg gibt es nur zur See. Also Kämpfe mit Schiffen und Belagerung des Hafens, bis der Widerstand gebrochen ist. Dann kann man die Insel übernehmen oder Tribut verlangen. Das ist so der am wenigsten spaßige Teil am Spiel, das macht einfach so semi viel Spaß. Ebenfalls doof, dass die Gegner Anteile von deinen Inseln kaufen können, ohne das man das ablehnen kann, da hilft nur schnell zurückkaufen. Geht auch umgekehrt, so kann man Inseln kampflos übernehmen, braucht nur viel Gold und Geduld.

Die Kampagne ist ganz okay. Kleine Familienkrieg und vor allem so eine Art Tutorial inklusive mit Aufträgen und etc., trotzdem hat man alle möglichen Freiheiten.

Umweltschutz und Co wird thematisiert durch sinkende Begeisterung der Bevölkerung bei schmutzigen Gewerben (Stahl, Schweine etc.) und trotzdem wollen sie natürlich deren Output, wie in echt. Gibt auch lustige Achievements, wenn man das erste Ölkraftwerk baut. Sklaven etc. werden nicht thematisiert, die Bewohner in der neuen Welt sind halt freiheitskämpfer und neigen ein bisschen mehr zum streiken. Netter Gag ist die Zeitung, die beeinflusst das Kaufverhalten und die Zufriedenheit der Bewohner, informiert euch auch über Engpässe von Waren und kann man mit Einfluss mani...schöner gestalten. :D

Zur Technik noch ein abschließendes Wort: optisch ist noch Luft nach oben, wenn meine Hardware stärker wäre. Gerade mit größeren Inseln und vielen Effekten z.B. Qualm und Regen kam es doch öfter vor, dass Anno 1800 zum Desktop gecrasht ist. Ich habe dann regelmäßig die Graka-Treiber aktualisiert und zuletzt die Auslagerungsdatei in den Windows 10 Systemeinstellungen von Fix auf "Von System verwaltet" gestellt, letzteres oder der letzte Patch von heute, hat das Problem bisher gelöscht, da hab ich aber auch keine 4h Spielsession hingelegt. Wunderschön übrigens der geile Wuselfaktor und auch der Sonnenlauf mit Schatten und anderer Beleuchtung.
Weltausstellung fertig gestellt.
Weltausstellung fertig gestellt.
Eine durchgeführte Weltausstellung:
Weltausstellung genutzt.
Weltausstellung genutzt.
9,5/10
Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.
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Beitrag » 29. Jun 2020 12:12 #3255

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Maddox
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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von Maddox »

Ich hab ein Spiel durchgespielt :Party: Das erste seit RDR 2 Ende letzten Jahres :ugly:

Star Wars Jedi: Fallen Order
Ich hatte insgesamt ziemlich viel Spaß mit dem Spiel. Das liegt vor allem daran, dass Jedi: Fallen Order eine wirklich gute und recht düstere Star Wars Story erzählt. Dabei beinhaltet sie auch alle klassischen Elemente die man so erwartet, also Widerstandskampf gegen das Imperium, eine kleine Rebellen-Crew, persönliche Tragödien, die Suche nach Rache und/oder Läuterung und unterhaltsame Charaktere. Das ist meines Erachtens alles sehr gut inszeniert und bleibt spannend bis zum Ende.
Dazu ist das Spiel visuell sehr ansprechend, auch wenn ich auf der basic Xbox One leider immer wieder Framerate-Einbrüche hatte, was scheinbar ein bekanntes Problem ist. Die Schauplätze bieten insgesamt auch genügend Abwechslung, genauso wie die Gegnertypen. Da haben mir vor allem die Monster gefallen, die sehr plastisch daherkommen, wie bei den alten Star Wars Prä-CGI :) Getoppt wird das visuelle aber noch vom Ton. Nicht nur die Soundeffekte und Umgebungsgeräusche sind zu jeder Zeit hervorragend, das Spiel setzt seinen Score großartig ein, das ist für mich der heimliche Star des Spiels.
Die Kämpfe fordern genug heraus, sodass man mit Button Mashing keine Chance hat. Es hätten noch ein paar Machtfähigkeiten mehr sein können, aber dafür sind die drei, die es gibt, gut eingebunden und wirken abwechslungsreich, da sie Metroidvania-like nach und nach in's Spiel eingeführt werden. Da sie auf den Schultertasten liegen, sind sie zudem sehr flüssig abrufbar und - auch durch den Skilltree - außerdem recht verschieden einsetzbar. Ich liebe es einfach in bester Dark Messiah of Might and Magic Manier Gegner in den Abgrund zu schubsen :D Da hätte ich mir gewünscht, dass wie bei DMoM&M aber noch stärker die Umgebung genutzt würde, also dass es Fallen (hehe...) oder Spieße geben würde, die man dazu auch verwenden könnte. Gleichzeitig fand ich gut, dass die Kämpfe zwar anspruchsvoll sind, aber auch nicht zu sehr aufhalten, sodass die Story stocken würde. Ausnahme sind die Bosskämpfe. Damit sollten dann vermutlich wirklich die Soulslike-Anhänger zufriedengestellt werden, ich fand das aber vor allem gegen Ende etwas störend, weil dann auch die Story immer mehr an Fahrt aufgenommen wird, aber der komplette Flow verloren geht, wenn man mehrere Male gegen die Bosse antritt. Da hatte ich den Eindruck, es wäre besser gewesen, sich zwischen soulslike und storydriven Action Adventure zu entscheiden. Das führte dazu, dass ich dann bei einigen Bosskämpfen auf den Story Mode umgeschalten habe, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht, ohne den übertrieben langen (und mit einem Lichtschwert unglaubwürdigen) Lebensbalken niederzukloppen :nice: Das gleiche ein bisschen bezüglich des Environmental Storytellings, ich persönlich fand es nicht so befriedigend nur für ein Audiolog als Belohnung Rätsel zu lösen. Rätsel spielen nebenbei ja auch generell eine recht große Rolle im Spiel, das fand ich zu Beginn etwas störend, aber die wurden im Laufe des Spiels meines Erachtens etwas komprimierter und übersichtlicher. Das gilt eigentlich für die ganze Spielerfahrung, am Anfang hatte das Pacing noch echte Probleme; wenn man nach dem ersten oder zweiten Boss erst einmal ne halbe Stunde (buchstäblich) Kugeln schiebt. Ein weiterer Aspekt ist das backtracking, da weiß ich nicht, ob das im Laufe des Spiels besser wurde und Abkürzungen cleverer platziert wurden oder ob ich mich einfach dran gewöhnt habe. Auf jeden Fall bin ich da nicht so ein Freund von. Aber nach besagter Stelle, als man nach dem Boss erst einmal ewig ein Kugelrätsel löst und im Dungeon herumirrt nur um zum Schiff zurück zu kommen, wo es dann endlich mit der Story und der neugewonnenen Information weitergeht, ist mir das eigentlich nicht wieder negativ aufgefallen.
Dann bleiben noch die Kletterpassagen zu erwähnen. An sich mochte ich, dass es diese gibt, da dadurch ein entsprechendes Abenteuergefühl versprüht wird. Andererseits war ich echt verwundert, dass die Titanfall-Entwickler da keine genauere Steuerung hinbekommen habe, sodass schon einige vermeidbare Abstürze dabei waren. Allerdings zieht das immer nur einen sehr kleinen Teil des Lebensbalkens ab, weshalb mich das nicht so sehr gestört hat.
Insgesamt kann man den Entwicklern wohl durchaus vorwerfen, dass da etwas formelhaft verschiedene, angesagte Spielkonzepte zusammengeschmissen wurden. Man kann sich schon an der ein oder anderen Stelle fragen, ob dieses oder jenes Spielelement, von dem man weiß, dass es bei der Spielerschaft eigentlich gut ankommt, bei Jedi: Fallen Order selbst die beste Design-Entscheidung war. Aber für mich wirkte es bis auf die erwähnten Aspekte selten unausgegoren und ich hatte viel Freude daran, durch diese sehr unterhaltsame Star Wars Story hindurch zu klettern, zu rätseln und vor allem das Lichtschwert zu schwingen.

8.5/10


Es bleibt abenteuerlich; als nächstes ist Shadow of the Tomb Raider dran.
well I'd love to see that day, that day was mine
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Beitrag » 29. Jun 2020 21:47 #3256

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The Gravedagokck
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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von The Gravedagokck »

The Last of Us: Part II - 10/10
Wie schreibt man eigentlich eine möglichst spoilerfreie Kritik zu dem Sequel des besten Spiels der Welt und wie rechtfertigt man sich, die gleiche Note noch einmal zu vergeben?
Wieso vergehen eigentlich die 30 Stunden, die mein Durchgang etwa gebraucht hat so unverschämt schnell, wohingegen sich ein Spiel ähnlicher Laufzeit so viel länger anfühlt?
Warum haben Naughty Dog zum zweiten Mal in Folge sich gedacht: "Ey, lass mal das beste Spiel der Konsolengeneration ganz zum Schluss eben dieser rausbringen?"
Und warum zur Hölle haten so viele User das Spiel? Ich hab jetzt mal ein bisschen rumgegooglet und festgestellt, dass viele das einfach nur wegen den sexuell wie ethnisch diversen Charakteren tun. Ehrlich? Was für eine Scheiß-Begründung, die keine ist.
Zum Spiel selber bzw. zu seiner Story möchte ich eigentlich keine Worte verlieren, denn jene ist so dicht, dass selbst eine Info über den Prolog und den sich dann aufbauenden Hauptteil des Spiels irgendwie etwas vorweg nehmen würde. Nur so viel dazu: ich finde die Story von Teil 1 noch etwas besser, aber auch Teil 2 hat seine ganz große Stärke darin, sowohl während des Gameplays als natürlich auch während der grandiosen Videosequenzen, welche eine absolut großartige Emotion, Mimik und Gestik der Charaktere rüberbringen.
Das Gameplay ist halt typisch für ND, da kommen auch keine wahnsinnigen Innovationen hinzu, das macht aber auch nichts, ich finde es persönlich perfekt und organisch so wie es ist. Zudem variiert es unglaublich in seinen Details, ist mal Mini-Open-World, mal sehr klaustrophobisch eng und es kommen immer wieder Sequenzen, die das klassische Tracking der Welt auflockern. Naughty Dog verstehen es einfach, einen "Spiel"-FIlm zu drehen, der wirkt und trotzdem unglaublich zum Weiterzocken motiviert. Der Gewaltgrad ist sehr hoch und sehr detailliert dargestellt, das ist sicher auch nicht für jeden was, ich finde aber, es passt perfekt in diese erbarmungslose Welt.
Ich möchte her eigentlich eine große Wall of Text schreiben, die euch überzeugt, das Spiel zu kaufen, aber ihr müsst mich einfach beim Wort nehmen, dass es dies wert ist. Daher vielleicht einmal eine Liste, warum du dieses Spiel NICHT kaufen solltest:
- du bist ein weißer, heterosexueller Mann und wenn weiße, heterosexuelle Männer nicht (nur) Helden des Spiels sind, fühlst du dich bedroht und in deiner überlegenen Stellung eingeschränkt.
- du hast keine PS4.
Das sind so ziemlich die Gründe, die gerade auf Twitter kursieren plus noch ein weiterer, den ich hier nicht nenne, da er auch ein paar Stunden Gametime spoilern würde. Finde ich persönlich nicht wirklich nachvollziehbar.
Bin gerade noch ein bisschen geflasht, daher die ganzen Absätze und vielleicht etwas viel unzusammenhängendes Gebrabbel.
"The Last of Us" ist meiner bescheidenen Meinung nach das beste Videospiel der Welt. "Part II" kommt an den ersten Teil gerade storytechnisch nur fast ran, würde ich jetzt mal so sagen, aber es ist in allen anderen Bereichen genau so gut und wenn diese Spieleserie nicht in 20 Jahren genau so einen Stellenwert hat, wie so zeitlose Klassiker, die immer gerne wieder aufgehyped werden, dann fress' ich meine Collector's Edition.
Meisterwerk. Zocken. Punkt. Aus.
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Beitrag » 30. Jun 2020 19:29 #3257

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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von The Gravedagokck »

Bayonetta - 7,5/10
Wie bereits angedroht, habe ich heute noch den Epilog zu Ende gebracht und den Rest in der Woche vor "The Last of Us: Part II" gespielt.
"Bayonetta" ist ein nettes Action Adventure mit absolut trashiger Story und Charakteren, die aber so viel Style (und Titten!) haben, dass das nicht weiter ins Gewicht fällt. Ansonsten schnetzelt man sich in der 3rd Person mit der namensgebenden Titelheldin durch diverse Levels, macht einen Haufen verschiedener Engel platt und lernt dabei diverse neue Fähigkeiten kennen, die man in einem Shop, den man gelegentlich besuchen kann, freischaltet. Dazu gibt es auch noch ein paar neue Waffen, die ich aber größtenteils alle nicht gefunden habe, da man dafür Collectibles sammeln muss und ich das ja bekanntlich nicht tue.
Der Kampf ist ein ziemliches Button-Mashing und immer, wenn ich Kombos absichtlich machen wollte, war das Spiel schwerer, als wenn ich einfach brutal auf das Dreieck und den Kreis gekloppt habe. Dafür hat letzteres verdammt stylisch ausgesehen und gut funktioniert und ich wurde oft mit einem Gold- oder Platin-Award belohnt, die es immer nach jedem Kampf-Zyklus gibt.
Ich habe nie einen "Devil May Cry"-Teil (ist ja wohl der gleiche Entwickler) gespielt, daher kann ich nicht sagen "für Fans von..." oder ähnliches, aber wer mir schrillen Schnetzelorgien und einer abgedrehten Hauptdarstellerin kein Problem hat, der sollte sich hier in dem Spiel sehr wohl fühlen.
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Beitrag » 5. Jul 2020 16:10 #3258

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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von The Gravedagokck »

Vanquish - 7/10
Nette 3rd-Person-Ballerorgie des "Bayonetta"-Entwicklers, die einem in knackigen 5 Stunden tausende von Gegnern entgegenschleudert und das mit einer klassischen USA-vs.-Russland-Story mit einem kleinen Twist gegen Ende garniert. Die Story stört allerdings nebenher auch nicht weiter, auch wenn gerade zu Beginn und Ende die Videosequenzen doch recht lang ausgefallen sind und die Mischung aus Patriotismus und Trashfilm doch etwas sehr aufgesetzt wird, da das Spiel halt von japanischen Entwicklern kommt. :ugly:
Ansonsten schießt man sich durch verschiedene Gegenden auf einer großen Raumstation, die sonst in Kürze New York wegbratzt und mich persönlich an die Citadel aus "Mass Effect" (insbesondere Teil 1) erinnerte. Dabei gibt es allerhand unterschiedlicher Gegnertypen, von denen die Allermeisten aber Kanonenfutter sind, wobei das auf höheren Schwierigkeitsgraden vielleicht anders sein könnte, ein paar Railsequenzen und man versucht in die paar Stunden schon ganz gut Abwechslung zu quetschen.
War auf jeden Fall lustig zu spielen, weiß allerdings nicht, ob der Titel ohne seine Zusammenkunft mit "Bayonetta" im PS4-Pack meine Aufmerksamkeit erregt hätte.
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Beitrag » 18. Jul 2020 17:19 #3259

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Beitrag von The Gravedagokck »

Star Wars Jedi: Fallen Order - 7,5/10
Metroidvaniasoulslikewhatever-Adventure? Nachdem ich auf der Wiese ja von einigen Leuten belehrt wurde, warum dieses Spiel an die "Metroid"- und "Castlevania"-Serien sowie an "Dark Souls" erinnern sollte (und ich wegen letzterem echt gehofft habe, dass es nicht so bockschwer wird), habe ich mir selber ein Bild von dem doch recht übersichtlichen Spielchen gemacht.
"Jedi: Fallen Order" ist tatsächlich im Herzen so einer der klassischen Triple-A-Titel, wie sie zuhauf pro Jahr rauskommen und, ich will's jetzt mal nicht nur als Grund anführen, aber ich finde man merkt schon, dass EA da hinter steht. Das Spiel präsentiert eine ganz gute Story, die natürlich einen vorhersehbaren Höhepunkt hat, aber trotzdem noch zu jedem Zeitpunkt besser ist als die Sequel-Trilogie. Das Gameplay ist irgendwo zwischen "Uncharted", Kampfsystem "Elex" (die sich anscheinend ja dann auch bei der Souls-Reihe bedient haben müssen) und "Tomb Raider" mit - da stimme ich allen Reviewern zu - viel Backtracking und allem, was "Star Wars" halt so ausmacht (kauzige Crew, coole Droiden usw.). Das Spiel hat eine schöne Grafik, welche zwar kleine Details missen lässt (von Ausnahmen wie die Boglings auf Bogano mal abgesehen), so wird Cals Haar z.B. nicht nass, die Haarphysik ist generell nicht so gut gemacht und alles in allem wirkt die Welt recht steril, alles wartet nur darauf, dass Cal mit einem interagiert. Das machen andere Spiele besser.
Die Kletter- und Rätselphasen waren alle ziemlich gut gemacht, gerade letztere nicht zu schwer und die verschiedenen Planeten bieten einem schon einen Haufen Abwechslung. Mir hat Kashyyyk am besten gefallen.
Der Schwierigkeitsgrad ist anpassbar, ich habe es im Story Mode gespielt und in dem konnte ich schon erahnen, dass die anderen Grade nichts für mich sind, aber das macht nix, so hat jeder Gamer seinen Grad und so soll es sein, von daher haben sie das hier echt gut gemacht. :)
Collectibles sind belanglos, bringen einem größtenteils nur neue Skins, lediglich die Medi-Stim-Upgrades sind sinnvoll zu finden, ich kam aber auch recht lange mit dreien aus, am Ende hatte ich fünf.
Die Kämpfe haben auch gut Spaß gemacht, gerade wenn man ein paar mehr Fähigkeiten freigeschaltet hat.
Insgesamt war es jetzt kein Überspiel, das wahnsinnig innovativ daher kommt, aber nach dem Lootbox-Desaster, das die neuen "Battlefront"-Spiele mit sich brachten, haben sich EA als "Star Wars"-Publisher hiermit schon ein gutes Stück rehabilitiert und ein spannendes Single-Player-Abenteuer geschaffen, aus dem noch gut was werden kann. Dann bitte mit weniger / interessanteren Collectibles, weniger Backtracking und Schnellreisefunktion (oder wie wär's mal mit Linearität?).
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Beitrag » 19. Jul 2020 14:38 #3260

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BlackDead
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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von BlackDead »

Persona 5 Royal

Wie wohl schon fast typisch für die Serie gibt es auch für Teil 5 eine erweiterte Fassung die ich jetzt nach knapp 107 Stunden mit allen neuen Inhalten beendet habe auch wenn ich es nicht geschafft habe alles freizuschalten.
Zum Spielablauf der größtenteils unverändert bleibt habe ich schon was in meinen damaligen Fazit geschrieben, es gibt im Kampfsystem ein paar sinnvolle Verbesserung und auch das Alltagsleben wird gut bereichert.
Meine größte Kritikpunkte wie dass das Spiel vorbei ist wenn der Hauptcharakter KO geht bleiben aber bestehen, das ist aber nur in den normalen Kämpfen auf den höchsten Schwierkeitsgrad etwas nervig wenn man einen Fehler gemacht und man zum letzten Speicherpunkt zurück darf.
Auch zieht sich der Mittelteil des Spiels zu sehr und viele Dialoge sind einfach zu ausufernd und wiederholen zu sich oft.
Zum ersten Mal in einen Persona Titel gibt es sogar deutschen Bildschirmtext der zwar nicht schlecht ist aber bei der riesigen Textmenge haben sich einige Fehler wie fehlende Leerzeichen eingeschlichen oder in einer Situation gibt es in der Textbox den falschen Inhalt.
Die neuen Inhalte fühlen sich aber etwas angeklatscht an, die neuen Charaktere kommen zwar über das ganze Spiel vor und es ist auch essentiell die Beziehung mit ihnen aufs Maximum zu bekommen um die neuen Inhalte zu sehen aber alles Neue findet dann nach den ursprünglichen Ende statt und hat sich für mich nicht so gut hinzugefügt.
Was wirklich sehr schade ist, denn die neuen Abschnitte haben mir wirklich sehr gut gefallen und haben auch einen viel besseren Antargonisten als das Originalende und auch der neue finale Dungeon ist toll.
Positiv hervor heben möchte ich nochmal dass gesamte Design und Still des Spiels, der einfach nur hervorragend ist und selbst das bewegen durch Menüs fühlt sich gut an und auch der Soundtrack ist sehr gut.

Empfehlen kann ich das Spiel sowohl Leuten die das Original schon kennen als auch Neueinsteigern und hier würde ich empfehlen definitiv die neue Royal Fassung zu spielen.

Beitrag » 21. Jul 2020 21:28 #3261

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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von The Gravedagokck »

A Plague Tale: Innocence - 8,5/10
Lange nicht mehr so rumgerumplet, ob ich nun 8 oder 9 Punkte gebe und wähle deswegen erstmal den goldenen Mittelweg. Zudem greife ich mal wieder auf das bewährte Plus/Minus-System zurück, was das Bewerten des Spiels im Allgemeinen angeht und fange mit den Minuspunkten an, da dies weniger sind:
- Trial & Error an manchen Stellen (wie dem Endkampf) etwas zu sehr Mittel, um weiter zu kommen
- Attributverbesserungen können wenig genutzt werden, da erst spät freigeschaltet
- manchmal etwas haklige Steuerung (Maus & Tastatur)
Aber an Pluspunkten gibt es einiges, das dieses Spiel der Entwickler des kommenden Flugsimulators (wtf?) richtig macht:
+ sehr schöne Grafik
+ tolle Atmosphäre
+ Story über dem Durchschnitt
+ gute Sprecher (Englisch)
+ Band zwischen Amicia und Hugo erinnert an "The Last of Us", aber auf ganz andere Art und Weise ohne zu kopieren
+ Schwarmdynamik der Ratten ist beeindruckend
+ tolle Nebencharaktere, die nicht blass bleiben (Ausnahme: die Bösewichte)
+ keine Open World, dafür abwechslungsreiche, lineare Levels
Und dann habe ich noch einen neutralen Punkt, weil ich mich nicht entscheiden kann, ob ich das gut oder doof finde:
~ Spielstil wirkt sich nicht auf das Spiel aus (Gewaltfrei vs. alles umlegen)
Der neutrale Punkt ist zwar irgendwo schon gut, weil man kein "schlechtes" Ende befürchten muss, weil man brutal ohne Ende war, aber natürlich würde es einen fünfjährigen Jungen irgendwo schon beeinflussen, wenn seine Schwester reihenweise Wachen abmurkst. Immerhin beschwert er sich am Anfang, wenn man zu brutal vorgeht.
Insgesamt kann ich das Spiel aber jedem Fan von storydriven 3rd-Person-Action-Adventures ans Herz legen und daraus könnte sich noch was Großes entwickeln. Tolle, etwas wenig beachtete Perle, die es bei allen gängigen Stores im Sale bereits für 15€ gibt, die es definitiv wert sind!
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Beitrag » 26. Jul 2020 14:49 #3262

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BlackDead
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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von BlackDead »

The Last of Us: Part II - 7/10

Vielleicht das Skandalspiel des Jahres, von vielen gehasst aber von anderen gefeiert. Ich setzte mich mich mal wieder zwischen den Stühlen und sage es ist guter Durchschnitt.
Erst mal muss ich erwähnen dass es technisch sehr gut gelungen ist, es sieht fantastisch aus, es ist toll inszeniert und auch Sounddesign und die Sprecher gehören zur Oberklasse.
Spielerisch hat sich zum ersten Teil wenig verändert, man wandert zu seinen Zielen und muss dazwischen Kämpfe gegen Infizierte und menschlichen Gegner erledigen bzw. sich durchschleichen.
Obwohl das Spiel hauptsächlich in einer Stadt spielt hat man sich um Abwechslung bemüht aber die Gefechte laufen im Grunde relativ gleich ab.
Die Kämpfe sind aber auf den höheren Schwierigkeitsgrad tatsächlich ein wenig fordernder, was hauptsächlich am Munitionsmangel liegt und man deswegen relativ gut überlegt vorgehen muss und all seine Möglichkeiten ausnutzen sollte. Das ganze ist dazu auch noch sehr intensiv inszeniert, Gegner rufen beispielsweise gegenseitig Ihre Namen wenn einer von draufgeht und reagieren auch sonst auf verschiedene Sachen, aber die KI ist nichts besonderes und teilweise ist sie sehr kurzsichtig. Der Gewaltgrad ist sehr hoch was zur Intensität der Kämpfe beiträgt aber immer dieselbe Tötungsanimation zu sehen wird recht schnell langweilig. Gut gefiel mir dass man auch wenn man entdeckt wird man immer eine Chance hat sich durchzukämpfen bzw. abzuhauen und sich wieder zu verstecken, dadurch blieb einen etwas Frust erspart und es werden auch die Speicherpunkte zwischen drin gut gesetzt und man muss einen Kampf niemals von ganz vorne anfangen.
Was mir aber extrem missfiel ist aber dass die Gegner so gut wie nie Munition fallen lassen und das wirkte auf mich einfach unlogisch, da die Gegner dieselben Waffen wie man selbst verwendet und ihnen anscheinend auch nie die Munition ausgeht, teilweise konnte ich beobachten dass Gegner noch Pfeile in ihren Köchern hatten man aber diese nicht nehmen konnte.
Aber neben den Kämpfen hat das Spiel nicht viel zu bieten, wie erwähnt sind die Umgebungen toll und extrem detailliert gestaltet, aber wenn man von A nach B wandert gibt es nicht viel zu tun außer eine große Anzahl von Schubladen und Schränken zu öffnen um Crafting Material, Notizzettel und Sammelkram zu sammeln.
Es gibt einen größeren Abschnitt den man etwas freier erkunden darf aber daraus hat man irgendwie auch nichts besonders gemacht und es ist einfach ein etwas größeres Level. Hin und wieder findet man auch Tresore aber deren Kombination befindet sich meistens ein oder zwei Ecken weiter auf einen Zettel weswegen das wirklich keine Rätsel sind.
Das Crafting hat mich auch eher genervt, ich kann akzeptieren dass man Zeug sammelt um Molotowcocktails, Pfeile oder ähnliches zu basteln aber das Pillen und Schrottteile aufsammelt um neue Fertigkeiten zu erlernen bzw. seine Waffen zu verbessern fand ich als Metapher dafür einfach dümmlich. Beispielsweise isst man irgendwelche Pillen die mindestens 25 Jahren irgendwo rumgelegen haben um leiser schleichen zu können oder ein neues Crafting Rezept zu erlernen oder bastelt aus Schrottteilen ein Zielfernrohr auf Werkbänke die fast überall gleich aussehen, das war für mich irgendwie ein totaler Immersionsbrecher und hat mich sehr gestört.
Ich habe laut der internen Anzeige gut 25 Stunden für das Spiel gebraucht aber es kam mir irgendwie länger vor auch wenn es zum Teil sehr gestreckt wirkt, mindestens bei 3 oder 4 Gelegenheiten fällt man irgendwo runter und darf einen größeren Umweg gehen, fand diese Art von Streckung schon recht auffällig.
Ein großes Thema des Spiels ist die Handlung und die konnte mich auch nicht wirklich überzeugen aber ich war auch nie so der Fan des ersten Teils weswegen mich bestimmte Wendungen eher kalt gelassen haben.
Das Hauptthema ist Rache und auch wenn es zwei verschiedene Perspektiven im Spiel gibt wirkt alles nicht wirklich originell und manche Sequenzen fand ich eher manipulativ. Es ist aber gut inszeniert aber man macht aus den Vorhanden zu wenig und teilweise wird es zu filmisch.
Versucht das Spiel einen eine politische Agenda aufzudrücken? Ein wenig, das ist offensichtlich aber ich empfand es nicht als so extrem wie es oft dargestellt wird auch wenn ich bei ein paar Stellen mit den Augen rollen musste.

Trotz alledem gefiel es mir dann doch ganz gut und kann es mit Einschränkungen weiterempfehlen.

Beitrag » 8. Aug 2020 19:25 #3263

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Crizzo
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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von Crizzo »

Desperados 3
  • System: PC
  • Höchste Details
  • Schwierigkeitgrad: Hart (geht nur einer höher, zwei niedriger)
  • Spielzeit: 43,5h (bei allen 16 Leveln)
tl;dr: Wer Commandos 2, die alten Desperados und vor allem Shadow Tactics - Blades of the Shogun mochte, der wird dieses Spiel auch mögen.

Kurz gesagt, es ist das übliche Genre. Mehrere Level mit bis zu 5 verschiedenen Charakteren und unterschiedlichen Fähigkeiten stehen auf der einen Seite und die Gegner und Zivilisten auf der anderen Seite. Man muss jedes Level als Puzzle begreifen, was es mit den vorhandenen Werkzeugen (Fähigkeiten und Charakteren) meist auch in Kombination zu knacken gilt. Das Spiel ist darauf ausgelegt, dass man probiert, scheitert, nochmal probiert und nochmal scheitert. Die Speicher-Erinnerung (in den Optionen einstellbar) kommt nicht ohne Grund und hält immer drei Quick-Saves auf Vorrat.

So puzzelt man sich durch sehr schöne, sehr abwechslungsreiche und teilweise auch sehr große Levels, bekommt auf dem Weg immer wieder neue Fähigkeiten und Tools erklärt und kleine Tutorials Missionen gibt es auch noch.

Ich habe auf Hart gespielt und das ist schon ein echt starker Brocken, würde ich nur Leuten empfehlen, die sich ein bisschen im Genre auskennen und da eine Herausforderung suchen. Manche Stellen sind so knackig, dass ich teilweise viel grübeln und danach viele Versuche gebraucht habe. Als Fan des Genres kann ich das ab und beiße mich fest, umso schöner ist es dann es geschafft zu haben. Kommt aber halt auf die Art des Scheitern an.

Die fünf Charakter: Cooper, Revolver-Held mit zwei Revolvern und Wurfmeser. Der Doc: Scharfschütze mit Lockmittel. Kate: die Venus-Falle, kann Männer ablenken und sich verkleiden. Hektor: die Schrankwand mit Bärenfalle und zum Schluss noch Isabelle mit ihrer Katze und den Voodoo-Fähigkeiten.

Wenn man das Spiel nicht so als Puzzle begreift, dann wird man sich einigen Dingen stören: es ist nicht realistisch, dass die Gegner ein so enges Sichtfeld haben, nicht nur in der Breite sondern auch nach oben, gehockt auf einem Gebäude direkt vor dem Gegner, kein Problem, hinstellen und man wird gesehen. Der 5. Charakter hat zudem die Fähigkeit Gegner zu "übernehmen und fernzusteuern" oder zu "verbinden", sodass beide das gleiche Schicksal haben, geht einer KO, auch der andere. Das passt sonst nicht so, zu den recht realistisch gehaltenen Setting und Fähigkeiten der anderen.

Im Gegensatz zu dem Vorgänger im Geiste (Shadow Tactics) kann man jetzt auch einfacher so gut wie immer ohne die Gegner zu Töten voranschreiten, da man jetzt endlich Gegner fesseln und knebeln kann. In die Gebüsche gelegt, sind die dann weg und werden auch nicht mehr aufgeweckt.

Die Gegner wechseln sich ebenfalls ab: Schläger, Schütze, Poncho (sind Wachen, die man nicht anlocken und schlechter ablenken kann), LongCoats (ähnlich wie die Ponchos schwerer abzulenken, enttarnen die "Spionin" und können nur schwer ausgeschaltet werden). Neu ist, dass es auch weibliche Gegner gibt, dass macht spielerisch den Unterschied, dass man mit Kate diese nicht per Flirt weglocken oder ablenken kann. Zudem kann man mit der Umgebung interagieren und Felsen schubsen, Stiere reizen, Feuer legen.

Ein Bug war nervig, ab und zu sind am Cursor die Symbole weggewesen, so dass man nicht mehr wusste ob man jetzt das Messer oder die Faust nimmt, ein Neustart des Spiels hilft. Ist aber das Einzige gewesen, was mir negativ aufgefallen ist.

Die Spielzeit ist mehr als üppig, zudem wurden noch später Herausforderungen veröffentlicht, wo die alten Level mit neuen Settings neugestartet werden. Ich habe ohne die Herausforderungen 43,5h gespielt und noch jede Menge Achievements zur Verfügung. In den späteren Leveln gibt es dann zusätzlich dazu, dass man eh schon frei über die Map laufen kann zwei Pfade zur Auswahl, wo es reicht einen zu gehen.

Story und Dialoge sind okay, überm Durchschnitt aber nicht herausragend. Teilweise sind ziemlich witzige Level dabei z.B. als die Helden nach einem Saufgelage durch eine verwüstete Stadt zu einem Boot kommen müssen. Nachtlevel oder mit Schlamm und Wasser sind auch wieder dabei. So dass Fußspuren und Licht/Schatten eine große Rolle spielen wird.

Kurzum: ein tolles Spiel. Hat mich sehr oft an den Bildschirm gezerrt und bis spät Abends spielen lassen. :hoch: Hätte aber das eine oder andere noch gebraucht, um überragend zu sein, besonders da man eben die Vorgänger schon kennt und man jetzt keinen mehr so richtig überrascht.

Am Ende verdiente 9/10 :)
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Beitrag » 8. Aug 2020 19:52 #3264

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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von Crizzo »

The Last of Us - Remastered (Teil 1 halt)
  • System: PS4 Pro
  • Spielzeit: schwer zu schätzen, hab keine Anzeige gefunden. 15-20 h, nehme ich mal an
  • Schwierigkeitgrad: es gibt 5, ich hab auf dem mittleren angefangen und mich bis zum niedrigsten runtergearbeitet
Schon länger hat mich kein Spiel mehr so hin und hergerissen wie dieser Titel. Wie man im Thema zum Spiel lesen kann, nervte mich doch einiges und dennoch hielt mich das nicht nervige davon ab es abzubrechen.

Ich fange mal mit den positiven Dingen an. Mir gefällt die Welt. Es ist einfach toll, wie viel Detailliebe da in die Landschaft, die Gebäude und Innenräume und Sporendings gesteckt wurde, was maßgeblich zur Atmosphäre beiträgt, in dieser Post-Apokalyptischen Welt nachdem das normale Leben durch eine komische Infektion und Mutanten/Zombies aus der Band geworfen wurde. Schön auch, wie viel Zeit sich das Spiel nimmt seinen Blick eben über diese Landschaft schweifen zu lassen, die Charakteren Raum gibt und sich auch vernünftige Dialoge mit den NPCs und den beiden spielbaren Personen überlegt hat. Nach dem dramatischen Einstieg ins Spiel und einem Zeitsprung, befindet man sich auf einer Reise durch die zerstörte Welt, dabei wechseln selbstverständlich die Schauplätze und es passieren einige Pleiten und Pannen, mal mehr mal gar nicht vorhersehbar.

Gewaltgrad ist hoch, es spritz und knackt nur so und die Kamera scheut sich nicht genau draufzuhalten, wenn mal wieder eine Tötungsanimation angedockt hat und man als Spieler die Rolle des Zuschauers einnehmen muss. Überhaupt hat das Spiel nicht besonders viele Freiheiten für den Spieler in petto. Ja, man kann ein paar wenige, imho unnötigerweise, Fähigkeiten skillen und auch seine Waffen und Equipment ein bisschen aufrüsten, so richtig nötig ist es nicht. Vor allem, da man für diese Dinge und auch das bauen von Waffen und Medikits überall rumrennen und den Kram zusammen suchen muss, nervig.

Damit habe ich den Übergang zu den nervigen Dingen schon geschafft. Was mir bis zum Ende auf den Keks gegangen ist, ist die teilweise unlogische Resourcenknappheit. Ja, mir ist völlig bewusst, dass es keine vollen Supermärkte und Co mehr gibt und deshalb Waren nicht auf Bäumen wachsen. Aber hier macht es teilweise keinen Sinn, wenn da schon eine Gang herrscht, wieso sind dann doch noch in verlassenen Gebäudeteilen noch Munition und Co zu finden. Wieso kann ich einen Gegner mit Waffe in der Hand umbringen und bekomme nicht eine lumpige Patrone? Mir ist klar, dass das für Gameplay begrenzt sein muss, aber dann bitte anders lösen. Das frustriert einfach, wenn man leer geschossen ist, dauert beschossen wird und die Gegner dann nix hinterlassen. Dagegen stehen die Infizierten, von denen es mehrere gibt, wieso zur Hölle lassen zerfressene, saubernde Fleischzombies noch Dinge zurück? Macht doch keinen Sinn, dass ausrechnet die noch Munition bei sich haben.

Und wieso gehen die Nahkampf-Waffen nach 4-8 Schlägen kaputt. :rolleyes: Was soll denn die Logik? Da finde ich ein Rohr, einen Baseballschläger oder eine Axt und verprügel damit Zombies oder Menschen und nach ein paar Schlägen zerfällt das Teil. Hatten die Entwickler schon mal jemals solch einen Gegenstand in der Hand und haben auf was eingeschlagen, wie ein Baumstamm oder so? Der Baseballschläger zerfällt nicht, wetten? Und wieso hab kein Messer was mehr als 1-2 Stiche hält?
Spoiler:
Was mich erst richtig aufgeregt hat, als ich dann Ellie gespielt hab am Ende und die ein permamentes, nicht kaputtbares Messer besitzt, also mir quasi permanent hinterher getragen hat.
Nächstes Ärgernis ist die Steuerung. Ich habe mich zwar gegen Ende mehr eingroovt, aber meine Güte, wie oft habe ich denn eine Leiter statt an die Wand gestellt auf den Boden gelegt, die Kamera korrigiert um das Item aufnehmen zu können oder für die Räuberleiter das Dreieck gesucht habe. Was auch oft ein Grund für meinen Tod war, wenn ich am wegrennen oder Zuschlagen gescheitert bin, dockt man in die Todes-Animation ein und ist Passagier, bis man neuladen kann. Was immerhin erfreudlich schnell geht.

Wer übrigens keine Quick-Time-Events mag, der kann es echt sein lassen. Die kommen ja sowas von oft vor, dass man dann Dreieck oder Quadrat drücken muss wie bei einem Olympic-Summer-Game-Titel von der PS1.

Ein paar Scripte sind auch ein bisschen ungünstig. Da steht z. B. Ellie mit dem Rücken zu einer Tür, soll da weggehen, macht es nicht, die Zombies brechen durch die Tür, schnappen sie und töten sie. Neu laden. Die paar Zombies abzuwehren und zu töten geht nicht. Man muss weg von der Tür und den Fluchtweg öffnen, um dann ein paar Räume später doch gegen die Zombies zu kämpfen, wo einen dann eine Zwischensequenz mitten aus dem Kampf reist, hmpf.

Den Schwierigkeitsgrad hab im Verlauf auf immer leichter gestellt, weil mich die Kombi aus Steuerung, Gegnerwellen und Munitionsknappheit nur noch angenervt hat und ich auch keinen Bock hatte jede Schublade zu öffnen, die teilweise leer sind oder in zweifacher Ausführung vorhanden und dann geht nur eine von beiden auf, nun ja. Vermisste da einen Assassin's Creed typischen "Alles nehmen" Button.

Kurzum: tolle Präsentation, Story, Dialoge, Welt, Sound (auch wenn das Gegrunze irgendwann nervt) aber beim Game-Design/-Logik und der Steuerung habe ich so meine Probleme. Mal sehen, wenn ich für 30 EUR den 2. Teil kriege, werde ich den aber schon spielen.

7,5/10
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Beitrag » 10. Aug 2020 23:55 #3265

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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von The Gravedagokck »

The Outer Worlds - 7,5/10
Gestern habe ich mich noch gefragt, wie lange das Spiel wohl geht und heute habe ich dann schon die finalen 6 Stunden gespielt, bis der Abspann über meinen Bildschirm rollte.
"The Outer Worlds" trägt ganz deutlich die Handschrift eines klassischen Rollenspiels - wofür Obsidian ja nun auch bekannt sind - und mischt diese mit der Ego-Perspektive eines Shooters. Ich habe "Fallout: New Vegas", welches ja vom gleichen Entwickler stammt, noch nicht gespielt, daher kann ich mir Vergleiche zwischen den beiden Titeln ähnlichen Prinzipes nicht erlauben. Ich habe viele Gameplay-Mechaniken aus alten CRPGs wie "Baldur's Gate" erkannt, welche mit der Welt von "Borderlands" (ganz offensichtlich des Spiels Hauptinspirationsquelle) und einem Schuss "Bioshock" gekreuzt wurden. So kann man, im Gegensatz zu Gearbox' Lootshooter, sehr viele Situationen komplett ohne Waffeneinsatz lösen, wenn man seinen Charakter - so wie ich - auf die kommunikativen und stealthigen Fähigkeiten geskillt hat. Wenn man dann doch mal kämpfen muss, stehen einem zahlreiche Nah- und Fernkampfwaffen zur Verfügung. Ich bin beim Fernkampf geblieben und hatte zwei Maschinengewehre dabei, eines mit Crit-Schaden für lebende Wesen, eines mit Crit für Maschinen. Die dann regelmäßig leveln und dann kann man sich das Looten im Prinzip sparen. Auf höheren Schwierigkeitsgraden muss man sicherlich mehr mit den Consumables und Waffen arbeiten, aber ich fand es ganz entspannt so, da es mir sonst vermutlich auch zu nervig geworden wäre.
Storymäßig ist "The Outer Worlds" eher Durchschnitt. Die Story und die Charaktere sind zwar allesamt nett gemacht und auch durchaus skurril, aber nach vier "Borderlands"-Teilen hat man viele Ansätze der Welt schonmal gesehen bzw. merkt man einfach zu viele Parallelen. Eine Bindung zu den Figuren baute ich auch nicht wirklich auf, einzig Parvati und in Ansätzen noch Nyoka und Ellie waren sowas wie interessant. So war auch die Auflösung eher so semi spannend, aber bei "The Outer Worlds" kann man auch die gut gemachten RPG-Mechaniken und den Weg als Ziel sehen, aber man sollte halt keine Super-Story erwarten. Des weiteren hat es mich etwas gestört, dass die ganze Welt spielerzentriert ist. Ich weiß, das sind alle Welten irgendwie, aber "The Outer Worlds" zeigt mir an vielen Stellen, dass eine Figur nur dort steht, weil ich jetzt gleich sie ansprechen werde.
Und deswegen gibt's insgesamt auch nicht ganz so viele Punkte wie für den aktuellen "Borderlands"-Teil, da die Skurrilität zwar da ist, aber nicht so zum Tragen kommt, wie beim großen Vorbild und insgesamt ist das Spiel eher so eine Art Lightversion des nun oft in diesem Review angesprochenen Shooters. Macht auf jeden Fall Spaß zu spielen und befriedigt verschiedenste Gaming-Mechaniken, ist aber kein Meilenstein. Muss ja auch nicht jedes Spiel eins sein. :)
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Beitrag » 15. Aug 2020 17:28 #3266

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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von The Gravedagokck »

Soldier of Fortune: Platinum Edition - 6,5/10
Der dreizehnjährige Dago von 2005 hätte sich nach der unzensierten Version des Spiels die Finger geleckt. Die Shootergrafik ist für 2000 ganz nett, zumindest nach Installation des Mods, der das Spiel auf 1080p und Widescreen hochskaliert, der einfache Modus macht das Spiel schön leicht und die Gegner können so ziemlich alles an Körperteilen inklusive Eingeweiden verlieren.
Viel mehr hat "Soldier of Fortune" allerdings nicht zu bieten. Die Story wird viel zu schnell abgerödelt, ist aber auch ziemlich klassischer "USA, USA!"-Krams, was ich cool fand war, dass man auf den (damals noch lebenden) Saddam Hussein trifft. Dass der Hauptcharakter auch ein reales Vorbild hat, habe ich erst nach dem Durchspielen herausgefunden.
So ballert man sich durch ein knappes Dutzend Levels in verschiedensten Locations auf dem Globus, hinterlässt weitestgehend verbrannte Erde (wieso zeigt einem das Spiel, dass man einen Lautstärke-Meter hat, wenn man eh kein Stealth braucht?) und drückt hier und da mal ein paar Schalter, um weiterzukommen.
Ganz abwechslungsreich fand ich die Möglichkeiten, wie man weiterkommt, mal muss man einen Schalter, den man nicht erreicht, abschießen, andere Male muss man Sachen auf Zeit lösen, teils ist die Umgebung zerstörbar, das ist alles ganz cool. Leider kann man manchmal die Dinge, mit denen man interagieren muss, oft nicht erkennen, da die Grafik für so was noch nicht genug Details hat und deswegen die Hardware, die nur Deko ist, sich nicht von der Hardware, die interaktionsfähig ist, unterscheidet (Ausnahme: die Schalter).
Ansonsten hat das Spiel einige Clippingfehler, die den Spielfluss stören, aber die insgesamt ca 7 Stunden, die das Spiel braucht, habe ich ganz gerne weggespielt. 2005er-Dago hätte vermutlich 2 Punkte mehr gegeben, aber nüchtern betrachtet ist das Spiel halt eher so semi ein Klassiker.
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Beitrag » 15. Aug 2020 17:37 #3267

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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von gun »

Lass mal weg, wie du rangekommen bist.
Das wurde schon erschwert ;)
"Man wird durch den Eintritt in eine christliche Partei genauso wenig anständig, wie man zum Auto wird, wenn man sich in eine Garage stellt. Richard Rogler
"Es geht darum, wer die Information kontrolliert, nicht wo sie liegt." US-Richter zu Clouddaten

Beitrag » 16. Aug 2020 19:03 #3268

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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von Lord Helmchen »

Paper Mario: The Origami King

Wer die älterem Paper Mario Teile kennt weiß grob was er bekommen.
Story technisch ist wie immer: Peach wird entführt aber diesmal nicht von Bowser sondern von Olli dem Origami König.
Macht wie üblich viel Spass Mario dabei zu begleiten Peach zu retten.
Die Welt lädt immer wieder zum entdecken ein.

Das einzige was wirklich genervt hat mit der Zeit ist das runden basierte Kampfsystem.
Über ein Drehrad musste man die Gegner anordnen um die Effizienz des eigenen Angriff zu steigern.
Bei Zwischenbossen macht das durchaus Sinn aber da dies bei jeden Kampf passiert bin ich Standartkämpfen eher ausgewichen.

Dennoch fühlte ich mich gut unterhalten.

7.5/10
Laufchallenge (in km):
2011: 933,7
2012: 1.171,6
2013: 1.157,8
2014: 1.075,9
2015: 1.167,9
2016: 1.173,3
2017: 1.459,3
2018: 793,8
2019: 724,04
2020: 1.027,32

Beitrag » 26. Aug 2020 16:54 #3269

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Tannemann
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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von Tannemann »

Assassin's Creed - Black Flag
Assassin's Creed - Liberation
Assassin's Creed - Rogue
Assassin's Creed - Unity

und jetzt ist

Assassin's Creed - Syndicate

dran
"Aber der Strich, der das Gute vom Bösen trennt, durchkreuzt das Herz eines jeden Menschen. Und wer mag von seinem Herzen ein Stück vernichten?" Alexander Issajewitsch Solschenizyn

Beitrag » 29. Aug 2020 13:07 #3270

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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von BlackDead »

Gears 5

Die Gears of War Reihe ist ein kleines Guilty Pleasure für mich zumindest was die Kampagne betrifft und auch der fünften Teil konnte mich unterhalten auch wenn es nur wenig Änderungen gibt.
Größte Änderung ist jetzt dass man in zwei Kapiteln der Kampagne mit einer Art Windschlitten herumfahren darf und so etwas die Reihenfolge der Missionsziele bestimmen darf und ein paar optionale Sachen erledigen kann, letzteres dient in erster Linie dazu dass man seinen kleinen Robo-Begleiters ein paar Upgrades verpassen darf. Alles wirkt etwas unnötig und dadurch ist die Kampange etwas gestreckt, die Fähigkeiten des Robo-Begleiters bringen aber ein paar neue Taktiken rein.
Der Schwierkeitsgrad ist etwas unausgegoren, auf den höchsten sind die Gegner einfach nur Kugelschwämme und man stirbt zu schnell ohne es oft wirklich nachvollziehen zu können und ist daher eher ziemlich nervig weswegen ich dann auf den zweithöchsten umgeschalteten haben der etwas angenehmer ist.
Ansonsten ist die Kampagne aber gut inszeniert und es sieht auf der höchsten Detailstufe mit 60FPS sehr gut aus. Die Handlung funktioniert für so eine Art Spiel ist aber nichts besonders und richtet sich auch stark an Leute die die Vorgänger kennen aber das Ende lässt einen sehr unbefriedigt zurück.

Größtes Ärgernis waren für mich aber diverse Bugs die besonders mit der Anti Cheat Software zusammenhingen, ich weiß nicht ob es an der Game Pass Version lag oder am Anti Virus aber das führte immer wieder zu Abstürzen und es hat eine Weile gedauert bis ich herausgefunden habe woran es lag und habe deswegen das Spiel mehrmals neu installiert bzw. neu runter geladen und 80Gb ist nicht gerade klein.
Falls man deswegen Probleme hat empfehle ich kurzzeitig die Firewall bzw. Anti Virus Programme vorübergehend zu deaktivieren wenn man das Spiel startet.

Beitrag » 6. Sep 2020 13:52 #3271

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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von BlackDead »

A Fisherman's Tale

Ein kurzes aber durchaus unterhaltsames VR-Adventure.
Man spielt die Marionette eines Fischermanns die innerhalb eines Modells eines Leuchturms lebt aber gleichzeitig auch ein Modell seiner eigenen Umgebung besitzt und auch manipulieren kann, diese Manipulationen wirken sich auch auf die eigene Umgebung aus und damit wurden einige Rätsel gebaut, alles nicht besonders anspruchsvoll aber ist ganz nett gemacht und in VR wirkt dass auch grafisch sehr stimmig.
Das ganze wird durch eine angenehme Sprecherstimme begleitet der die Geschichte begleitet und auf Wunsch Hinweise für die Rätsellösungen gibt.
Ich hatte meinen Spaß damit aber dass ganze dauert keine 2 Stunden und besitzt auch keinen echten Wiederspielwert.

Beitrag » 6. Sep 2020 16:23 #3272

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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von BlackDead »

Call of Duty: Modern Warfare 2 Remastered

War mal bei PS Plus dabei und da wollte ich mal wieder einer Call of Duty Kampange eine Chance geben.
Empfand ich mal wieder als absoluten Durchschnitt, haufenweise dummer Gegner die man hin und wieder spektakulären Szenen abknallt.
In den Levels ist zwar eine gewisse Abwechslung drin aber nichts was mir speziell im Gedächtnis bleiben wird.
Die Handlung fand ich auch uninteressant weil die Figuren absolut austauschbar sind und ich oft auch keine wirkliche Ahnung hatte wem ich da genau spiele und als die große Verätter Szene kam hatte ich schon völlig vergessen wer der Typ überhaupt war.
Die Remastered Version sah aber relativ gut aus und lief konsetant mit 60Fps.
Insgesamt aber kein Titel den ich weiterempfehlen kann.

Beitrag » 6. Sep 2020 17:39 #3273

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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von The Gravedagokck »

Soldier of Fortune II: Double Helix - Gold Edition - 7,5/10
Soo, und Teil 2 auch durch. Storytechnisch etwas verbessert, insbesondere den Videosequenzen merkt man das jüngere Alter an, allerdings immer noch nicht sonderlich spannend, präsentiert sich auch Teil 2 dieser mittlerweile legendären Serie aber doch recht abwechslungsreich. Es gibt einen Haufen verschiedener Locations, auch wenn die Indoor-Locations alle recht grau und trist sind - ein Problem, das viele 2000er-Shooter haben - aber mit einem Dschungel und einem Flughafen gibt es auch ein paar optisch spannende Level.
Ansonsten haben mir die Gewaltdarstellung, die ihrer Zeit wirklich voraus war und hier nicht mehr ganz so übertrieben wie in Teil 1 rüberkommt gut gefallen, sowie die Feuergefechte, auch wenn die Gegner etwas zu viele Granaten hatten. Außerdem muss man sagen, dass die Spielzeit mit bei mir genau 17 Stunden echt ziemlich lang ist für einen Shooter.
Nicht so gut gefallen haben mir die etwas eintönigen Umgebungen, gerade der Kamtschatka-Level zieht sich doch sehr. Der Schwierigkeitsgrad war auf Leicht recht fordernd, weitere Grade überlasse ich dann eher den Profis. Die Bossfights gegen die Helikopter waren auch beide Mist, zum Glück gab es das nicht häufiger.
Einen Bug, den ich nur durch Cheaten habe überwinden können (eine Tür sollte nach einem Fight knackbar sein, wurde sie aber nicht, egal wie oft ich neu geladen habe etc.) habe ich noch gefunden. Ohne den Noclip-Cheat und das damit verbundene durch-die-Tür-Schweben hätte ich das Spiel nicht beenden können.
Apropos Clip, die Clippingfehler aus Teil 1 sind hier kein großes Thema mehr, gefällt mir gut.
Insgesamt sicherlich ein empfehlenswerter Klassiker für Fans von ernsten Shootern mit hohem Gewaltgrad.
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Beitrag » 7. Sep 2020 12:26 #3274

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Beitrag von SierraLeon »

Das vergangene Wochenende habe ich es dann doch noch geschafft Death Stranding zu beenden. Vermutlich wird das mein längstes Review zu einem Spiel das ich je hier geschrieben habe, einfach weil Death Stranding so viel bietet über das man schreiben muss, dass es einfach nicht in kurz geht. Außerdem bin ich auch anderthalb Tage später noch so begeistert, dass ich einfach mehr schreiben möchte.

Als ich den allerersten Trailer von Death Stranding gesehen hatte, war ich alles andere überzeugt oder angefixt. Ich hatte MGS 5 gespielt, das ich Gameplay-technisch zwar großartig fand, von der Story her aber eher enttäuschend. Ich hatte die ganze Kontroverse um Kojima und Konami herum mitbekommen und auch wenn ich wusste, dass Kojima tolle Spiele macht, so hatte ich doch angenommen, dass Leute bei Konami da durchaus auch einen gewissen Teil dazu beigetragen haben und ich konnte mir schwer vorstellen, dass Kojima etwas qualitativ vergleichbares wie die Metal Gear Solid-Serie auf die Beine stellen könnte. Nach diesem ersten Trailer wurde es dann der Standard, dass die Presse und die Spieler keine Ahnung hatten was das für ein Spiel wird, das Kojima da vorgestellt hat und alle fanden das irgendwie toll. Ich persönlich wusste nicht wirklich was ich damit anfangen sollte und hab mich nicht weiter für das Spiel interessiert.
Schlussendlich zeigte Konami, dass sie ohne Kojima absolut nichts hinbekommen, indem sie das hundsmiserable Metal Gear Survive auf die Beine stellten, während Kojima Death Stranding erschaffen hat, ein absolut einzigartiges Spiel, das so tatsächlich nur von jemandem wie Kojima kommen kann.

Der erste Eindruck, den das Spiel macht ist der, dass es fantastisch aussieht. Es werden Landschaften gezeigt, von denen ich fest davon überzeugt bin, sie genau so in Island gesehen zu haben (auch wenn es in den USA spielt). Die Landschaften wirken grotesk und surreal, gleichzeitig aber absolut glaubwürdig und durch diese Landschaft fährt ein Mann auf einem futuristischen Motorrad und Raben fliegen durch die Lüfte. Dieser erste Eindruck bleibt für das gesamte Spiel bestehen. Die offene Welt ist wunderschön, stimmungsvoll, abwechslungsreich und einfach grafisch großartig gestaltet. Dabei fließen die unterschiedlichen Landschaften - isländische Vulkanlandschaft oder Hügel mit Flüssen und Wasserfällen, Wald oder gigantische, schneebedeckte Berge, die ihr durchwandert - sehr organisch ineinander über und es entsteht wirklich das Gefühl eines großen Ganzen. Die optisch extrem hohe Qualität wird auch bei den Charakteren weiter geführt. Insbesondere die Hauptcharaktere im Spiel sind allesamt sehr detailliert und überzeugen vor allem was ihre Mimik angeht. Alles in allem ist Death Stranding ein wunderschönes Spiel, mit einer tollen Welt, die mir viel Lust gemacht hat sie zu erkunden.

Gleich in dieser Introsequenz wird auch klar, dass diese Welt keine "normale" ist. Am Horizont erscheint ein kopfüber stehender Regenbogen und es beginnt zu regnen. Der Boden wird nass und Pflanzen beginnen in sekundenschnelle aus dem Boden zu schießen, zu wachsen zu blühen und dann wieder zu verrotten. Raben die vor dem Regen davonfliegen werden von ihm getroffen, trudeln zu Boden und verrotten ebenfalls innerhalb von Sekunden, gleich daraufhin erscheinen große Handabdrücke auf dem Boden - wie aus dem nichts - die mit einer tiefschwarzen Flüssigkeit gefüllt sind. Das ist wie Death Stranding seine Welt einführt und es wird nicht weniger verrückt. Dabei baut das Spiel auf unserer aktuellen Welt auf, doch irgendwann geht etwas ganz gravierend schief. Unsichtbare Monster fluten unsere Welt, der Regen lässt alles altern, was er trifft und wann immer eines dieser unsichtbaren Monster einen Menschen erwischt und tötet, gibt es eine gigantische Explosion, einen Void-Out. Und ja, innerhalb kürzester Zeit wird klar, dass diese Monster die Seelen der Toten sind und wann immer ein Mensch stirbt und nicht schnell verbrannt wird, wird er zu einem solchen Monster (die im Spiel BT genannt werden). Alles in allem ist es keine sonderlich angenehme Welt.

Wenn man über die BTs spricht, kommt man kaum drumherum auch die Horrorelemente des Spiels zu erwähnen. Death Stranding ist definitiv kein Horrorspiel, doch es hat auf jeden Fall immer wieder bildgewaltige Anleihen aus dem Horrorgenre, die umso effektiver sind, weil sie nicht überstrapaziert werden. Ganz allgemein schafft es das Spiel ganz unterschiedliche Stimmungen zu erzeugen. Einsamkeit, Ruhe, Horror, Dankbarkeit, Verbundenheit, Freude, Trauer. All das ist möglich und alles funktioniert sehr gut, weil das Spiel eben nicht auf eine Sache beschränkt ist (wie es zum Beispiel bei Horrorspielen der Fall ist, bei denen die Gegner früher oder später ihren Gruselfaktor verlieren und einfach nur noch nervig sind). Das gleiche gilt für die Charaktere, die ihr in dem Spiel kennenlernt: Vor allem die Hauptcharaktere sind facettenreich mit abgedrehten und interessanten Hintergrundgeschichten. Alle diese Charaktere sind in irgendeiner Form sehr besonders und einzigartig und auch wenn ich zu Beginn diesen Leuten noch sehr skeptisch gegenüber gestanden war, habe ich sie im Laufe des Spiels kennenlernen können und sie tatsächlich wertschätzen können. Selbst die Nebencharaktere sind nicht einfach nur Statisten, auch wenn ihr ihnen immer nur für wenige Sekunden begegnet. Doch in Mails, die sie euch schreiben sprechen sie mehr mit euch, erzählen mehr von sich und ihr könnt auch diese besser kennenlernen. Und natürlich ist auch Sam, als der ihr spielt, ein vielschichtiger Charakter, der nicht zu vergleichen ist mit den wortlosen Hüllen aus vielen Rollenspielen (Skyrim z.B.) und gegen den selbst ein Geralt von Rivia blass wirkt. Sam habe ich im Lauf dieses Spiels immer mehr ins Herz geschlossen, insbesondere weil er sich unglaublich weiterentwickelt während der Story.

Wie sieht es aber nun mit der Story überhaupt aus? Diese wird immer wieder als maßlos verwirrend dargestellt und das ist natürlich irgendwie der Fall, denn es gibt sehr viel verrücktes über die Welt zu lernen und vieles wirkt furchtbar obskur, was auch durch die Abkürzungen wie BB, BT, EE nicht besser wird. Doch im Laufe der Geschichte wird vieles klar und insbesondere die letzten 10 Stunden von Death Stranding sind absolut überzeugend. Doch ist Death Stranding auch bereit immer und immer wieder Hinweise über mögliche Entwicklungen zu streuen, über die ihr euch vielleicht im ersten Moment wundert oder über die ihr einfach hinwegseht, die dann aber ab einem bestimmten Punkt unglaublich viel Sinn ergeben und erklären. Es ist eine komplexe Geschichte, zu der all die kleineren Geschichten der Charaktere mit beitragen. Es ist eine persönliche Geschichte um Sam, ebenso wie über all die anderen Charaktere in dem Spiel und gleichzeitig ist es ein Epos über die Rettung der Welt. Auf einer etwas höheren Abstraktionsebene erzählt Death Stranding, dass wir als Menschen nur glücklich sein können und nur überleben können wenn wir andere Menschen um uns haben, wenn wir mit anderen verbunden sind und dabei erzählt es Geschichten über das eigentliche Wunder, das das Internet dabei sein kann und auch die gewaltigen Gefahren die damit für uns Menschen einhergehen können.

Gerade dieses verbunden sein ist etwas, das sich direkt im Gameplay niederschlägt, von daher ist es nun noch Zeit über das Gameplay zu sprechen. Das ist vermutlich einer der kontroversesten Punkte des Spiels. Immer wieder ließt man Sätze wie DHL-Simulator usw. Man ließt Vorwürfe, dass Death Stranding nur Fetch- bzw. Delivery-Quests hat - und das mit Vorsatz und in gewissem Maße ist das natürlich richtig, auf der anderen Seite wird es dem Spiel nicht gerecht. Die größte Schwierigkeit, die euch Death Stranding in den Weg legt ist das Durchwandern des Terrains, während ihr schwer bepackt seid. Während ihr in anderen Spielen auf W drückt und dann geht euer Charakter vorwärts, ist das in Death Stranding nicht ganz so einfach: Wenn das Gelände zu uneben ist, kann Sam stolpern oder stürzen, wenn ihr durch Flüsse geht könnt ihr weggespült werden, wenn ihr steile Hänge hinaufklettert könnt ihr abrutschen. Jedesmal kann eure Lieferung Schaden nehmen oder davongespühlt werden. Ihr müsst aktiv darum kämpfen dass Sam das Gleichgewicht halten kann. Ihr müsst Leitern und Kletterseile anbringen um Klippen hinauf oder hinab zu kommen oder um tiefe Flüsse zu überqueren. Je weiter ihr im Spiel kommt desto umfangreicher wird euer Arsenal, ihr könnt Brücken bauen, Ziplines erstellen, ihr könnt Straßen bauen und so weiter. Wann immer ihr ein Gebiet erschlossen habt, werden Konstruktionen anderer Spieler mit hinzugebaut. Das heißt zuerst müsst ihr euch einmal mühevoll durch ein Gebiet kämpfen, doch dann eröffnen sich euch viele Wege, bei denen andere mitgeholfen haben. Abseits des Geländes gibt es noch BTs, die euch das Leben schwer machen, sowie MULEs, Menschen die versuchen euch eure Lieferung zu stehlen, wenn ihr in ihre Gebiete kommt. Gerade gegen die Menschen ist tödliche Gewalt unmöglich, da sie ansonsten zu BTs werden würden und es schlussendlich zu weiteren Void-Outs käme. Entsprechend arbeitet ihr mit Stealth und im Notfall euren Fäusten oder sehr wenigen KO-Waffen. Erst im späten Spiel bekommt ihr mächtige Waffen um damit gegen BTs zu kämpfen, die dann aber auch nötig sind, denn einige der Bosskämpfe haben es in sich.

Death Stranding ist für mich persönlich ein Meisterwerk und hat für mich bestätigt, dass Hideo Kojima das Genie ist, für das er gehandelt wird in der Spieleindustrie. Ich kann mir keinen anderen Entwickler vorstellen, der ein entsprechendes Spiel hätte anfertigen können. Die großen Publisher wie Ubisoft, EA oder Activision sind zu konservativ in ihren Ideen, kleine Studios sind zu limitiert in ihren Ressourcen um so ein Spiel zu verwirklichen. Kojima hat ein großes Studio und kann es sich auf Grund seines Rufs erlauben ein solches Experiment zu machen. Ich verstehe sehr gut, dass viele mit dem Spiel große Probleme haben, für mich hat es aber genau den richtigen Nerv getroffen und so habe ich die mehr als 50 Stunden, die ich gebraucht habe um das Spiel zu beenden mehr als genossen. Insbesondere die letzten 10 Stunden, die den absoluten Höhepunkt von Death Stranding darstellen habe ich gefesselt vor dem PC verbracht und mitgefiebert.

PS: Achja, der Fotomodus im Spiel ist großartig und macht viel Spaß :D

Beitrag » 7. Sep 2020 17:26 #3275

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BlackDead
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Re: Zuletzt durchgespielt / kommt nun dran

Beitrag von BlackDead »

Schöner Text und im Geiste des Spiels würde ich dir ein "Like" da lassen wenn ich könnte. :hoch:
:ugly:

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