Der Literaturthread - Gelesenes, zu Lesendes, Lesende

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Beitrag » 21. Okt 2017 10:33 #1326

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Rumple
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Re: Der Literaturthread - Gelesenes, zu Lesendes, Lesende

Beitrag von Rumple » 21. Okt 2017 10:33

Punkfloyd hat geschrieben:
21. Okt 2017 10:29
Rumple hat geschrieben:
24. Jul 2017 20:25
Ich hatte mir mal die Leseprobe geholt, daran hatte ich eben nicht gedacht. Hatte mich auch nicht überzeugt; ich hole es mir doch nicht. :ugly:

Eines der langweiligsten und nichtssagensden Bücher, das ich je gelesen habe. Den Hype darum verstehe ich nicht mal ansatzweise.. zum Ende hin habe ich mich da damals regelrecht durchgequält. :ugly:
Naja, Hitler geht immer. Wie beim Spiegel, da steigert der Führer auch die Auflage. :ugly:

Beitrag » 24. Nov 2017 19:38 #1327

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gun
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Re: Der Literaturthread - Gelesenes, zu Lesendes, Lesende

Beitrag von gun » 24. Nov 2017 19:38

Leere Herzen von Juli Zeh

Nicht selbst, sondern als Höhrbuch bei NDR-Kultur. Die senden Montag bis Freitag um 8:30Uhr eine halbe Stunde Vorgelesenes. Für den Roman brauchten sie jetzt 3 Wochen.

Die Anfangsprämisse ist interesant, auch wenn schon der moralische Zeigefinger im Hintergrund droht.
Eine besorgte Bürger Partei hat in 8 Jahren die absolute Macht und schraubt fröhlich an Gesellschaft und GG rum. Die Menschen sind Wahlmüde und entpolitisiert und es läuft ja auch alles in allem.
Unter Anderem gibt es kaum Terror. Und den es gibt, den "organisiert" die Romanhelding mit ihrer Praxis, in der sie entweder Suizidkandidaten heilt - oder zu Mietselbstmordattentätern macht. Egal für wen, aber nach festen Regeln. Der Reichtum sagt dabei, dass sie gut gebucht wird.

Der Roman fängt gut an, mit dem oberflächlich heilen Familienleben und den merkwürdigen Freundschaftsbeziehungen und der Welt (Kinder die "Cool, Kolateralschaden" brüllen).
Bis es einen Anschlagt gibt, für den die gute Frau nicht den Attentäter stellte.

Allerdings entwickelt sich die Story dann (wenn alle Katzen aus dem Sack sind) recht vorhersehbar, wodurch der Roman immer weiter abfällt. Inklusive durchaus vorhersehbarer und konstruierter Twists.
Eine Erhohlung setzt zum Ende hin ein, aber ganz am Ende konnte sich die gute Frau nicht verkneifen, noch mal richtig groß moralinsauer einzuschenken.

Absolut keine Empfehlung.
"Man wird durch den Eintritt in eine christliche Partei genauso wenig anständig, wie man zum Auto wird, wenn man sich in eine Garage stellt. Richard Rogler
"Es geht darum, wer die Information kontrolliert, nicht wo sie liegt." US-Richter zu Clouddaten

Beitrag » 26. Dez 2017 14:50 #1328

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Rumple
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Re: Der Literaturthread - Gelesenes, zu Lesendes, Lesende

Beitrag von Rumple » 26. Dez 2017 14:50

Walter Moers - Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Nachdem ich schon vor einiger Zeit angefangen hatte, habe ich es in den letzten Tagen endlich die Zeit gefunden es durchgelesen. Bin mir nicht sicher was ich davon halten soll. :confused:

Bis zum Auftauchen von Havarius Opal hatte es sich etwas gezogen, danach nimmt es etwas an Fahrt auf. Dennoch ist die Handlung eher flach. Ich empfand die Prinzessin auch etwas blass, Havarius gefiel mir da besser. Mir fehlt es an weiteren "richtigen" kuriosen Charakteren, diejenigen die auftauchen sind ja nicht unbedingt welche.

Dennoch fand ich die Reise der beiden schlussendlich doch unterhaltsam, der Hintergrund macht es alles auch etwas verständlicher/nachvollziehbarer. Es gehört nicht zu den besten von Moers' Büchern, aber als Reinfall empfinde ich es eigentlich nicht.

Bin mir noch nicht sicher, was jetzt drankommt. Vielleicht was von Gaiman oder Kehlmann.

Beitrag » 26. Dez 2017 18:55 #1329

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Re: Der Literaturthread - Gelesenes, zu Lesendes, Lesende

Beitrag von Minsc » 26. Dez 2017 18:55

gun hat geschrieben:
24. Nov 2017 19:38
Leere Herzen von Juli Zeh

Absolut keine Empfehlung.
Ich habe das tatsächlich gerade als Lesetipp bekommen, denn es spielt wohl (unabhängig von der Geschichte) in Braunschweig und würde mich deshalb schon irgendwie interessieren...

Der Inhalt klingt aber wirklich eher mau.
43.

Beitrag » 29. Mai 2018 19:36 #1330

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Re: Der Literaturthread - Gelesenes, zu Lesendes, Lesende

Beitrag von Rumple » 29. Mai 2018 19:36

Haruki Murakami - Die unheimliche Bibliothek

Irgendwie seltsam, aber hat mir gefallen.

Bin zu faul mehr dazu zu schreiben.

Beitrag » 30. Mai 2018 21:34 #1331

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SierraLeon
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Re: Der Literaturthread - Gelesenes, zu Lesendes, Lesende

Beitrag von SierraLeon » 30. Mai 2018 21:34

Rumple hat geschrieben:
29. Mai 2018 19:36
Haruki Murakami - Die unheimliche Bibliothek

Irgendwie seltsam, aber hat mir gefallen.

Bin zu faul mehr dazu zu schreiben.
Les zur Zeit Kafka am Strand von ihm :D Kanns aber noch nicht beurteilen :D

Beitrag » 1. Jun 2018 20:30 #1332

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Re: Der Literaturthread - Gelesenes, zu Lesendes, Lesende

Beitrag von Rumple » 1. Jun 2018 20:30

Das habe ich hier auch noch ungelesen rumliegen. :ugly:

Beitrag » 24. Jul 2018 19:26 #1333

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Re: Der Literaturthread - Gelesenes, zu Lesendes, Lesende

Beitrag von SierraLeon » 24. Jul 2018 19:26

Durchgelesen: Haruki Murakami - Kafka am Strand

Ich weiß gar nicht genau was ich zu dem Buch schreiben soll. Es hat mir gefallen, aber die "irgendwie seltsam" Rezension von Rumple zu einem anderen Buch von ihm kann ich nur wiederholen. Das Buch ist völlig surreal und selbst zum Ende hin hat nicht alles Sinn ergeben. Mehr sogar noch, ich war als ich das Ende erreicht hatte wirklich enttäuscht, denn es gibt diverse Handlungsstränge, die einfach im Nichts versanden. Unterdessen hab ich ein klein wenig Abstand zu dem Buch und muss doch eingestehen, dass es mir gut gefallen hat im Großen und Ganzen. Murakami ist sicher kein Ersatz für Salman Rushdie für mich, dessen Bücher ebenso fantastisch und surreal sein können, dessen Geschichten und Surrealität auf einen Punkt hin abzielt. Das ist die große Kunst Rushdies, die Murakami in Kafka am Strand, meiner Meinung nach, nicht erreicht. Vieles wirkt beliebig, die Geschichten sind weniger stark verwoben, sondern es wirkt eher als wäre es Katharsis für Murakami sich diese Dinge von der Seele zu schreiben.

Nichts desto trotz kann Kafka am Strand begeistern, die Fabulierlust des Autors ist enorm und er erschafft skurrile, tolle Charaktere. Insbesondere die Interaktionen zwischen Nakata und anderen Charakteren sind phänomenal gelungen und haben mir ab und an ein Grinsen auf die Lippen gezaubert. Alles in allem bin ich froh, dass ich Kafka am Strand gelesen habe, und die Chancen stehen durchaus gut, dass ich noch einen weiteren Murakami lesen werde.

Vorerst ist aber Jonas Jonasson - Mörder anders und seine Freunde nebst dem ein oder anderen Feind dran und im Anschluss habe ich glaube ich Lust Rushdies Santanische Verse noch einmal zu lesen.

Beitrag » 11. Okt 2018 14:08 #1334

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Re: Der Literaturthread - Gelesenes, zu Lesendes, Lesende

Beitrag von SierraLeon » 11. Okt 2018 14:08

Ich komme zur Zeit sehr viel zum Lesen :D von daher gibt es heute eine Liste.

Jonas Jonasson - Mörder Anders und seine Freunde nebst dem ein oder anderen Feind: Wie bereits im obigen Post angekündigt kam dieses Buch danach. Ich muss sagen, dass es mich zwar nicht umgehauen hat, aber durchaus gute Unterhaltung war. Es hat Spaß gemacht zu lesen, hier und da musste ich lachen und die Geschichte war, so abstrus sie auch ist, stets Motivation genug weiter zulesen. Ich musste mich nie quälen. Wer ein wenig schwarzen Humor übrig hat, kann hier durchaus einige gute Stunden verbringen. Ein glückloser Rezeptionist und eine vom Glauben abgefallene Pfarrerin treffen auf Mörder Anders, der - schwer zu glauben bei dem Namen - ein Mörder ist, hauptsächlich wenn er besoffen ist. Die beiden sehen ihre Chance in diesem Zusammentreffen und entwickeln diverse Geschäftsideen um Mörder Anders herum. Das Buch ist guter Klamauk und macht Freude.

Salman Rushdie - Die satanischen Verse: Das zweite Mal, dass ich Rushdies Satanische Verse lese und auch beim zweiten Mal hat mich das Buch absolut gefesselt. Damals habe ich hier, darüber geschrieben: viewtopic.php?f=21&t=47&start=1275#p609426
Ich glaube ich kann gar nicht viel mehr dazu sagen, was ich nicht schon beim ersten Mal geschrieben habe. Rushdies Wortgewalt und Charaktere verlieren auch bei einem zweiten Mal nichts. Es ist ein wahnsinniger Roman, in dem vieles geschieht, was nicht erklärbar ist, ja geradezu verrückt wirkt und doch schafft Rushdie es, anders als Murakami in Kafka am Strand, alle Handlungsstränge ineinander zu weben. Rushdies schreiben wirkt weniger wie Katharsis, sondern seine Bücher sind phänomenal ineinander verbaute Kunstwerke. Jederzeit zu empfehlen, sofern man mit Rushdies Stil umgehen kann.

Szczepan Twardoch - Der Boxer: Wow! Twardochs Boxer war ein Spontankauf in der Buchhandlung. Ich habe das Buch gesehen, es hatte mich angesprochen, ich hatte eine Seite reingelesen und es dann gekauft und ich glaube, dass ich damit einen neuen Autor für mich entdeckt habe. Der Boxer spielt in Warschau zum Ende der 30er Jahre, jedoch noch bevor die Deutschen einmarschiert sind - ein Ereignis, das sich jedoch die ganze Geschichte über düster am Horizont abzeichnet. Hauptpersonen sind der junge Mojsche Bernstein sowie der jüdische Boxer Jakub Shapiro. Auf der ersten Seite erzählt Mojsche, dass Jakub seinen Vater umgebracht hat. Die Geschichte erzählt hauptsächlich Jakubs Leben, der als rechte Hand des Unterweltbarons Kaplica arbeitet. Und so taucht man Stück für Stück in diese hochpolitische Zeit ein, lernt viel über das Polen der 30er Jahre und über die Unterwelt Warschaus. Es ist ein brutales und heftiges Buch, das mich von der ersten Seite an gefesselt hat und mich auch gleich dazu gebracht hat mir noch ein weiteres Buch von Twardoch zu kaufen. Eine riesige Empfehlung für den Boxer.

Seymour Hersh - Reporter: Auch dieses Buch war eher ein Spontankauf. Ich kannte Hersh bereits ein wenig, doch wusste ich nicht all zu viel über ihn. In den Kommentaren auf Zeit.de wurde das Buch dann erwähnt und ich habe danach gesucht und es mir dann bestellt. Reporter sind die Memoiren Seymour Hershs, eines der größten investigativen Journalisten der USA. Er deckte das Massacker in My Lai während des Vietnamkriegs auf, veröffentlichte über das Foltergefängnis in Abu Ghraib und war stark mit an Watergate beteiligt - um nur einige der großen Beiträge zu nennen. Alles in allem erzählt Hersh wie es zu vielen seiner Veröffentlichungen kam, wie sein Arbeitsleben war und ist. Er schreibt nur wenig über sein Privatleben sondern sein Hauptaugenmerk liegt auf seiner Arbeit und somit ist es ebenfalls ein hochpolitisches Buch. Man lernt sehr viel über die Politik der USA seit den 60ern, insbesondere vieles, das man so vielleicht noch nicht wusste und aus einer Perspektive die man bisher noch nicht kannte. Reporter hat mich sehr gefesselt und wer des Englischen mächtig ist, sollte hier mal reinlesen :)

Als nächstes ist zur Zeit Szczepan Twardoch - Morphin dran. :)

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